Modernes Outsourcing von Softwareprojekten

Outsourcing – Hilfe von außen

Daniel Koch

Lange schon kursiert das Bild des drohenden Fachkräftemangels. Wie dramatisch dieser tatsächlich ist, wird derzeit in allen Bereichen, vor allem auch in der IT-Industrie, überdeutlich. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, ist das Auslagern von IT-Dienstleistungen an Dritte. Dieser Artikel zeigt Chancen und Risiken dieses so genannten Outsourcings. Denn was in der Theorie verlockend klingt, muss penibel und am besten von Experten geplant werden. Hier ist die vom FZI (Forschungszentrum Informatik) Karlsruhe gestartete Initiative ZIKS (Zentrum für Internationale Kollaborative Softwareprojekte) eine Möglichkeit, sich über Machbarkeit, Anbieter und Ablauf der Auslagerung von IT-Projekten beraten zu lassen.

Fachkräftemangel anders lösen

Gerade mit dem Platzen der Dotcom-Blase klang es für viele frisch arbeitslos gewordene IT-Experten wie blanker Hohn, wenn vor einem kommenden Fachkräftemangel in ihrer Branche gewarnt wurde. Das hat sich in den letzten Monaten und Jahren allerdings grundlegend geändert. So zeigt eine Branchenbefragung des Bundesverbands Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), wie dramatisch die Entwicklung tatsächlich ist. Bei der quartalsweise durchgeführten Umfrage gaben 59 Prozent der ITK-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel sie in ihrer Geschäftigkeit behindere. Laut Bitkom entwickelt sich der Fachkräftemangel somit immer mehr zu einer Wachstumsbremse. Derzeit gibt es 20000 offene Stellen in der IT-Branche. Für IT-Unternehmen, die händeringend nach IT-Experten suchen, ist das eine nicht hinzunehmende Situation. Und da die Politik den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland trotz aller Appelle nicht eben fördert, muss nach anderen Auswegen gesucht werden. Und hier kommen dann Begriffe wie Outsourcing, Nearshoring und Offshoring ins Spiel, die oft vertauscht oder miteinander gleichgesetzt werden. Deswegen zunächst einige Begriffsdefinitionen.

Outsourcing-Modelle

Das Outsourcen bezeichnet die Auslagerung von Produktionsschritten oder Aufgaben eines Unternehmens an einen Dienstleister. Im IT-Bereich werden vor allem die IT-Infrastrukturen und Anwendungsumgebungen ausgelagert, beim so genannten Business Process Outsourcing (BPO) hingegen ganze Geschäftsprozesse. Durch das Offshoring verlagern Unternehmen IT-Dienstleistungen (zumeist) in Niedriglohnländer. Oftmals handelt es sich bei den ausgelagerten Prozessen um einfache Dienstleistungen wie Dateneingabe und -verarbeitung oder Support (Helpdesk). Und dann gibt es auch noch das Nearshoring. Im Gegensatz zum Offshoring wird hiermit das Auslagern ins nahe Ausland, meistens nach Osteuropa, beschrieben.

Beim Outsourcing unterscheidet man klassischerweise zwischen einer Ausgliederung und einer Kooperation. Neben dieser Grobteilung gibt es auch noch eine Vielzahl an speziellen Outsourcing-Varianten. Am bekanntesten dürften hier sicherlich das Outtasking (externe Dienstleister übernehmen einzelne Aufgaben), das selective Outsourcing (es werden spezielle Teile eines Bereichs an Dritte vergeben) und das Business Process Outsourcing (gesamte Unternehmensprozesse werden an Dritte ausgelagert) sein.

Der Outsourcing-Markt hat in Deutschland ein Volumen von ca. 10 Milliarden Euro, bei einem jährlichen konstanten Wachstum seit dem Jahr 2002 von 10 bis 12 Prozent. Anders als man vielleicht annehmen mag, handelt es sich bei Oursourcing nicht etwa um etwas besonders Neues. Deutsche Unternehmen aus der Softwareindustrie befassen sich bereits seit gut 30 Jahren mit diesem Thema. Im Vergleich zu britischen oder amerikanischen Unternehmen ist der hiesige Erfahrungsschatz aber geringer. Erst in letzter Zeit fangen auch kleine und mittlere IT-Unternehmen an, die globalen IT-Ressourcen zu nutzen.

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Daniel Koch
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