Outsourcing – Hilfe von außen

Risiken

Ob sich das Outsourcen lohnt, ist abhängig von den Gründen, die für das Outsourcen angebracht werden. In vielen Unternehmen wird der Fehler gemacht, aus kurzfristigen Überlegungen heraus diesen Schritt zu gehen. Oft sollen dadurch vorübergehende Kapazitätsengpässe geschlossen werden. Das freilich greift zu kurz. Ein anderer Fehler besteht in einer falschen Kostenanalyse. Es genügt nicht, lediglich die Produktionskosten gegenüberzustellen. Vielmehr müssen tatsächlich sämtliche Kosten berücksichtigt werden. Dazu gehören auch mögliche Rückführungskosten sowie ein Qualitäts- und Kontrollverlust. Und dann muss auch der kritische Blick auf das Thema Arbeitsplatzverlust gerichtet werden. Denn natürlich schrillen bei vielen hiesigen Entwicklern und IT-Experten die Alarmglocken, wenn sie hören, dass ihr Unternehmen plant, Aktivitäten auszulagern.

Schuld daran sind unter anderem auch die Medienbeiträge, die den Fokus ihrer Outsourcing-Berichterstattung ausschließlich auf eine Personalkostenreduktion und den damit einhergehenden Arbeitsplatzabbau richten. Die Anbieter von Outsourcing-Dienstleistungen sprechen ihrerseits von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten, also auch für die hiesigen Arbeitnehmer. Irgendwo zwischen diesen beiden Extremen pendelt sich die Wahrheit ein. Allerdings existieren bis heute keine verlässlichen Studien über die Anzahl der ausgelagerten Stellen. Experten der Deutschen Bank, SAP und der Fachhochschule Kaiserslautern gehen allerdings in einer gemeinsamen Untersuchung davon aus, dass bis zum Jahr 2008 etwa 5000 Stellen im IT-Sektor verloren gehen. Eine Untersuchung des englischen Instituts CEPR, die auf der Befragung von deutschen Unternehmen beruht, ergab, dass durch die Verlagerung von deutschen Arbeitsplätzen nach Osteuropa dort in den letzten Jahren ca. 460 000 neue Stellen geschaffen wurden. In Deutschland führte das zur Streichung von ca. 90000 stellen. Das lässt sich so allerdings nicht auf den IT-Markt übertragen. So ist beispielsweise der Tenor der US-Studie Globalization and Offshoring of Software, dass durch die Auslagerung von IT-Stellen die Anzahl der heimischen Arbeitsplätze in der IT-Branche steigt.

Fazit

Outsourcing ist nicht die Allzweckwaffe für alle Probleme der IT-Branche. Und in der Tat deutet sich derzeit an, dass immer selektiver ausgelagert wird und Laufzeiten und Volumina zurückgehen. Es geht in vielen Bereichen ohne Outsourcing kaum noch. So sagen beispielsweise mittlerweile zahllose Start-up-Firmen aus dem Silicon Valley, dass sie ohne die Mitarbeiter in Indien überhaupt nicht existieren würden.

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