Outsourcing - Hilfe von außen - JAXenter

Outsourcing – Hilfe von außen

Aber natürlich hat das Outsourcing enormes Potenzial, Kosten zu sparen. Denken Sie nur an den Wegfall möglicher Unterhaltskosten für die eigene Serverarchitektur. Es gibt allerdings auch die Skeptiker, die der schönen Outsourcing-Welt nicht so recht trauen wollen. So haben die Analysten von Roland Berger sich einmal die tatsächliche Wertgenerierung von IT-Outsourcing angesehen und sind dabei zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass die gerade einmal fünf Prozent beträgt. So kann man zwar durch das Outsourcen circa 20 Prozent sparen, die werden allerdings von den Kosten, die das Outsourcing verursacht, fast wieder vollständig aufgebraucht. Es ist übrigens nicht immer der Kostendruck, der Unternehmen auf das Outsourcing ausweichen lässt. So belegt die ITAA (Information Technology Association of America) in ihrer Studie Lower Cost Domestic Sourcing: A Niche Opportunity for the US, dass 77 Prozent der US-Unternehmen sich aus Mangel an Fachkräften nach „Helfern“ in anderen Ländern umsehen. Eine Studie für Deutschland würde sicherlich ähnliche Werte liefern.

Das Ziks-Projekt

Ein neuartiges Projekt, das sich speziell dem Outsourcen widmet, ist das ZIKS (Zentrum für Internationale Kolloborative Softwareprojekte). Dieses von der Universität Karlsruhe initiierte Projekt will die Forschungsaktivitäten aus der Region Karlsruhe im Umfeld international verteilter kollaborativer Projekte bündeln. ZIKS möchte dort ansetzen, wo die meisten Vorhaben zum Near- oder Offshoring scheitern: es fehlen oft die fundierten Entscheidungskriterien. So ist der Knackpunkt zum Beispiel meist schon die Frage, welche Projekte sich eigentlich für ein Auslagern eignen und welche man besser im Hause behält.

Die Initiatoren des Projekts sind Professor Dr. Andreas Oberweis vom Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) der Universität Karlsruhe (TH), Professor Dr. Ralf Reussner und Professor Dr. Walter Tichy vom Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation (IPD) sowie der Diplom-Informatiker Rolf Stephan (AIFB). Ziel von ZIKS ist es, der Wirtschaft wissenschaftliches Wissen über kollaborative Softwareentwicklung zu liefern. Zusätzlich will man bessere Methoden und Werkzeuge bereitstellen, mit denen eine effektive Nutzung globaler IT-Ressourcen möglich wird. Unternehmen sollen dadurch Entscheidungskriterien für den Einsatz internationaler IT-Sourcingmodelle geliefert werden. Anhand dieser Kriterien kann dann entschieden werden, ob die geplanten Projekte sich überhaupt auf die gedachte Weise realisieren lassen und sich damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit steuern lässt. Interessierte Unternehmen, die sich an das ZIKS wenden, bekommen eine wissenschaftliche Beratung. Die beteiligten Wissenschaftler können dabei unter anderem auf Erfahrungen aus dem bekannten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt OUTSHORE zurückgreifen.

Die Mitarbeiter des ZIKS konnten sich aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung ein Netzwerk von Unternehmen aufbauen, die Offshore-Dienstleistungen anbieten oder diese in Anspruch nehmen. Die entsprechenden Kontakte gibt das ZIKS an interessierte Unternehmen weiter, um so einen Erfahrungsaustausch anzuregen. Darüber hinaus wird an einem Expertensystem gearbeitet, das Entscheidern eine Empfehlung liefern soll, ob eine Auslagerung sinnvoll und möglich ist. Andere Werkzeuge sind ebenfalls in Arbeit. Dazu gehören eine Kosten/Zeitsimulation und natürlich die Basiswerkzeuge für das verteilte Konfigurations- und Änderungsmanagement. Und so meinen die Initiatoren des Projekts, dass „Unternehmen Dienstleistungen und Werkzeuge an die Hand bekommen müssen, um Chancen und Risiken kollaborativer Softwareentwicklung vorausschauend bewerten zu können, und sie brauchen für die erfolgreiche Durchführung von Nearshore/Offshore-Projekten geeignete Steuerungsinstrumente.“

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.