OSGi Release 6 verfügbar: Was ist neu?

Hartmut Schlosser

Die OSGi Core-Spezifikationen 6 sind erschienen. Zwei Jahre nach dem letzten großen OSGi R5 Release bringen die neuen Specs zahlreiche Funktionserweiterungen, die die Flexibilität für vernetzte Devices und Enterprise Services verbessern sollen.

Die Highlights:

Neu sind Typen-Rollen für die semantische Versionierung samt Annotationen, um Informationen über Version und Typenrollen in Packages zu dokumentieren. Mithilfe dieser Informationen können Tools beispielsweise Baseline-Vergleiche anstellen oder OSGi Bundle Manifeste generieren.

Eine Data-Transfer-Objects-Spezifikation definiert ein serialisierbares Datenobjekt-Format, das für den Transfer von Zustandsinformationen herangezogen werden kann.

Für Komponentenmodelle wie deklarative Services und Blueprint Services steht jetzt ein Service Scope und eine Prototype Service Factory zur Verfügung, um den Scope eines registrierten Service-Objekts zu identifizieren. Beispielsweise kann auch ermittelt werden, ob ein Bundle mehrere Service-Objekte für einen referenzierten Service enthalten kann.

Hinzu kommen zahlreiche kleinere Erweiterungen und Überarbeitungen existierender Spezifikationen. OSGi-Alliance-Direktor Dan Bandera kommentiert das neue Core-Release mit den Worten, jeder Entwickler robuster, dynamischer Produkte profitiere von den neuen und aktualisierten Features der OSGi Core 6 Spezifikation. Service Provider, Unternehmen, Gerätehersteller und Entwickler vernetzter Systeme in den unterschiedlichsten Industriezweigen seien damit in der Lage, ihre Lösungen und Service-Portfolios den Marktbedürfnissen gemäß zu erweitern.

Tatsächlich kann man die enthaltenen Verbesserungen als homogene Weiterentwicklung betrachten, die, obschon nicht spektakulär, den OSGi-Standard sinnvoll ergänzen. Über das OSGi Core 6 Release hinaus sind Erweiterungen für Cloud-Systeme (RFC 183 „Cloud Ecosystems“ und RFC 182  „REST API“) sowie eine Verbesserung der OSGi/CDI Integration geplant („Brigding OSGi and the Standard Java EE Dependency Model, Publishing CDI Beans as OSGi Services, Injecting OSGi Services in CDI Beans“), wie auf dem letzten OSGi Users Forum in Darmstadt zu hören war.

Nach dem Update der Core-Spezifikationen sollen nun die OSGi Enterprise Specs folgen. Der Entwurf dafür wurde vor einigen Tagen vorgestellt. Geplante Neuerungen sind hier u.a.:

  • Spezifikation für asynchrone Services
  • Promises API
  • Spezifikation zum Framework Management via REST
  • Updates für die Remote Service Admin, Repository und Subsystems Specs
  • Erweiterung des MetaType Service durch Annotationen

Die OSGi 6 Core Spezifikation steht auf der Download-Seite der OSGi-Alliance bereit. Zum OSGi Enterprise R6 Draft gibt es weiterführende Infos auf dem OSGi-Alliance-Blog. Spannend wird es diesen Sommer auch noch an zwei weiteren OSGi-Baustellen: Zum einen soll die neue Version der OSGi Residential Specification fertig werden (Q3 2014), bei der es um Themen wie OSGi Remote Management, IoT, Smart Homes geht. Zum anderen will OSGi-Mastermind Peter Kriens den ersten Meilenstein seines neuen OSGi Frameworks enRoute vorlegen, mit dem die OSGi-Entwicklung drastisch vereinfacht werden soll.

Spannende Zeiten für OSGi Fans.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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