SAP-Entwickler Kaloyan Raev über das Eclipse-Projekt OSGi Enterprise Tools

OSGi Enterprise Tools – ein weiterer Eckstein für Eclipse & OSGi

Das neue Projekt OSGi Enterprise Tools wurde kürzlich von SAP der Eclipse-Community vorgestellt – und hat bereits großes Interesse bei Unternehmen wie SpringSource, Eteration und EclipseSource geweckt. Projekt-Committer Kaloyan Raev berichtet über Hintergrund und Zielsetzung des Projektes und erklärt, warum die OSGi Enterprise Tools ein weiterer Eckstein in der Open-Source-Strategie von SAP darstellen.

JAXenter: Hallo Kaloyan! Kannst du das OSGi-Enterprise-Tools-Projekt kurz vorstellen?

Kaloyan Raev: Die OSGi-Service-Platform-Spezifikationen wurden ursprünglich für Embedded-Systeme geschaffen. Doch mit der Zeit erwies sich das OSGi-Komponentenmodell als nützlich auch für die Entwicklung größerer modularer Systeme und wurde deshalb von den meisten heute populären Application Server aufgegriffen. Aufgrund dieses Erfolges erweiterte die OSGi Alliance die OSGi Service Platform durch eine Reihe von Enterprise-Spezifikationen, um die Anwendungsfälle von Enterprise-Business-Szenarien zu adressieren.

Das OSGi-Enterprise-Tools-Projekt wurde kürzlich von SAP für die Eclipse Community vorgeschlagen. Das Ziel des Projektes besteht darin, dem Bedarf nach Werkzeugen für die Entwicklung von Enterprise-Anwendungen auf Basis des OSGi-Komponenten-Modells nachzukommen.

Das Projekt befindet sich zurzeit in der Proposal-Phase des Eclipse-Entwicklungsprozesses. In dieser Phase wird der Projekt-Vorschlag öffentlich in der Eclipse Community diskutiert, um Feedback bzgl. Zielsetzung und Fokus des Projektes zu erhalten. Dabei stießen wir auf eine äußerst positive Resonanz seitens der Community. Das Proposal-Dokument wurde bereits mehrmals aktualisiert, um dieses Feedback aufzunehmen. Drei Unternehmen haben Interesse bekundet, am Projekt mitzuwirken: Eteration, EclipseSource und SpringSource/VMWare. Ich erwarte, dass die Diskussionen im November abgeschlossen werden und das Projekt offiziell als Open-Source -Projekt bei Eclipse an den Start geht.

JAXenter: Welche Lücke im Eclipse-Werkzeug-Katalog möchte das OSGi-Enterprise-Tools-Projekt schließen?

KR: Sowohl das Eclipse Plug-in Development Environment (PDE) als auch die Eclipse
Web Tools Platform (WTP) verfügen über hervorragendes Tooling in Hinblick auf ihren jeweiligen Projekt-Fokus. PDE wurde ursprünglich für die Entwicklung von Eclipse Plug-ins ins Leben gerufen. Als die Eclipse-Plattform ihr Komponenten-Modell auf OSGi umstellte, wurde dieses Toolset natürlich auch nutzbar für die Entwicklung von OSGi Bundles. Parallel dazu stellt WTP erstklassige Werkzeuge für Java-EE-Entwickler bereit.

Doch das Tooling von PDE und WTP werden heute unabhängig voneinander eingesetzt – entweder man nutzt PDE für die Entwicklung von OSGi Bundles oder WTP für die Entwicklung von Java-EE-Applikationen. Für Web Application Bundles können PDE und WTP nicht einfach gemeinsam Out-of-the-box verwendet werden. Das OSGi-Enterprise-Tools-Projekt möchte genau diese Lücke schließen: Es soll PDE und WTP miteinander „verheiraten“, indem es die fehlenden Teile für eine einfache Entwicklung von OSGi-Enterprise-Projekten bereit stellt

JAXenter: Wie sollen andere OSGi-Komponenten bei Eclipse, wie etwa die Virgo-Werkzeuge, in das OSGi Enterprise Tools Projekt integriert werden?

KR: Wir führten bereits Gespräche mit dem Virgo-Team über ihre Pläne, die Virgo Tools an Eclipse zu übergeben. Das Virgo-Team bei SpringSource hat entschieden, aktiv dem OSGi Enterprise Tools Projekt beizutreten.

Da die Virgo Tools allerdings von ziemlich großem Umfang sind, wird der Quellcode zunächst als monolithisches Projekt unter dem Eclipse-Runtime-Top-Level-Projekt eingereicht werden. Nach einem erfolgreichen IP Review wird man dann damit beginnen, den Code zu refaktorisieren, sodass generische Teile, welche nicht spezifisch für die Virgo Runtime sind, entweder in das PDE-Projekt oder in das neue OSGi-Enterprise-Tools-Projekt übertragen werden. Schlussendlich wird nur das Virgo-spezifische Tooling unter dem Eclipse-Runtime-Projekt verbleiben, das dann über eine hervorragende Integration mit den anderen Eclipse-Werkzeugen für das OSGi-Entwicklung verfügen wird.

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