Modern statt abwärtskompatibel

OSGi enRoute 1.0 erschienen: Bahn frei für OSGi!

Hartmut Schlosser

http://enroute.osgi.org/

Das OSGi Framework enRoute ist seiner ersten Major-Version 1.0 erschienen. Länger als erwartet habe es gedauert, schreibt enRoute-Erfinder und OSGi-Mitbegründer Peter Kriens. Doch habe man den Fokus von enRoute auf den Bereich IoT erweitert – und hier sei im vergangenen Jahr viel passiert…

OSGi enRoute: Auf dem Weg… wohin?

Erstmals wurde OSGi enRoute im September 2013 als Framework vorgestellt, um die Entwicklung OSGi-basierter Anwendungen radikal zu vereinfachen. Das Ziel: Entwickler sollen in nur wenigen Minuten das Grundgerüst einer funktionierenden OSGi-Anwendung erstellen können. „So einfach wie mit Rails“, hieß die Devise.

Wie Peter Kriens in einem ausführlichen Eclipse-Magazin-Artikel beschreibt, soll enRoute auch eine Lücke schließen, da sich die OSGi-Spezifizierer bislang nur wenig um die effiziente Anwendung der OSGi-Technologien gekümmert hätten. Peter Kriens:

Wir sagten den Anwendungsentwicklern im Grunde nur: Ihr habt nun eine fantastische Lego-Box zur Verfügung. Den Rest mussten sie dann selbst herausfinden. Und wenn sie dazu nicht imstande waren, war das ihr eigener Fehler.

enRoute enthält dementsprechend einerseits ein API, mit dem sich schnell OSGi-Projekte – von „Hello World“ bis hin zu REST- oder JSON-RPC/HTML5-Anwendungen – umsetzen lassen. Andererseits werden Web-Ressourcen für Angular, Bootstrap und andere populäre HTML5-Werkzeuge mitgeliefert. „Eine limitierte, aber komplette Umgebung, um schnell produktiv zu werden“, kommentiert Kriens.

OSGi Best Practices

Darüber hinaus gibt es einen Service-Katalog, der verschiedene, oft gebrauchte Services erläutert und anhand von Code-Snippets zeigt, wie diese effektiv eingesetzt werden können. Um die Demonstration von Best Practices noch weiter zu treiben, werden zudem ein Workspace mit diversen Beispielprojekten sowie verschiedene Tutorials zur Verfügung gestellt:

Modern statt abwärtskompatibel

enRoute basiert auf dem OSGi Release 6 und setzt Java 8 voraus. Bewusst wurde der Fokus nicht auf Abwärtskompatibilität gelegt, sondern auf die Nutzung aktueller OSGi- bzw. Java-Features. Einerseits soll enRoute so besser mit modernen Technologien der Nicht-Java-Welt konkurrieren können, schreibt Kriens. Andererseits werde demonstriert, was möglich ist, wenn man OSGi so verwendet, wie ursprünglich vorgesehen.

Das enRoute-Projekt steht unter http://enroute.osgi.org/ und auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz zur Verfügung. Neben den genannten Ressourcen wird auch eine Distro angeboten, in denen Bundles populärer Open-Source-Projekte wie Apache Felix, Eclipse Equinox, Knopflerfish enthalten sind. Als Entwicklungsumgebung wird Eclipse in Verbindung mit dem bndtools-Plug-in empfohlen.

Aufwind für OSGi?

Ein Anfang ist gemacht – und um OSGi enRoute nun die nächsten Schritte weiter zu bringen, ist auch die Community gefragt. Feedback, Artikel und Pull Requests sind willkommen, schreibt Peter Kriens (der übrigens mit gutem Beispiel vorangeht und enRoute ausführlich im kommenden Eclipse Magazin beschreiben wird).

Mit Spannung wird nun zu beobachten sein, wie stark die Community um OSGi tatsächlich ist und wie enRoute in der Lage sein wird, dem OSGi-Projekt neuen Aufwind zu verschaffen. Einen ersten Auftritt hat enRoute jedenfalls beim OSGi IoT Contest auf der EclipseCon, in dem es darum geht, mit einem enRoute-basierten SDK Lego-Züge zu steuern… Bahn fei!

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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