Oracles Gegenvorschlag zu den Hudson-Namensrechten - JAXenter

Oracles Gegenvorschlag zu den Hudson-Namensrechten

Hartmut Schlosser

Im Streit um die Namensrechte für das Continuous-Integration-System Hudson hat Oracle in einem Blogeintrag seine Sicht der Dinge dargelegt. Die Stellungnahme reagiert auf den Vorschlag von Community-Vertretern, darunter Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi, das Projekt unter dem neuen Namen „Jenkins“, unabhängig von Oracle weiterzuführen, nachdem in den Verhandlungen um die von Oracle eingeforderten Namensrechte an Hudson kein Konsens erzielt werden konnte.

Zunächst stellt Oracle heraus, dass seit der Übernahme von Sun, die auch den Übergang des von Sun geführten Hudson-Projekts nach Oracle mit sich brachte, nichts an den Community-Richtlinien verändert wurde. Jetzt gehe es Oracle lediglich darum, den Namen Hudson vor Missbrauch zu schützen und sicherzustellen, dass sowohl Entwickler von Erweiterungen als auch Kunden, die diese Erweiterungen nutzen, sicher sein könnten, dass ihre Plug-ins auf allen Hudson-Versionen lauffähig seien.

Ausdrücklich wird erwähnt, dass es nicht in der Absicht Oracles liege, Hudson in ein kommerzielles Projekt zu verwandeln. Genauso wie seinerzeit Sun verfolge man das Modell, Kundendienstleistungen auf Basis von Hudson anzubieten.

Die Namensrechte an Hudson sollen deshalb folgendermaßen festgelegt werden: Ohne Modifikationen der hudson-ci.war-Kerndatei sollen Erweiterungen ohne weiteres hinzugefügt werden können, die den Namen Hudson + Zusatz tragen dürfen. Bei Veränderungen des Hudson-Kerns müssten indes Lizenzen erworben werden, die die Bedingung enthalten sollen, dass gemachte Änderungen keine Kompatibilitätsprobleme verursachten. Da Hudson ein Open-Source-Projekt sei, stehe es darüber hinaus jedem frei, die Codebasis unter einem anderen Namen weiterzuentwickeln.

Für Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi ist dieser Vorschlag inakzeptabel. Auf seinem Blog kommentiert er, dass Oracle nicht von der Position abgerückt sei, die zu dem Gegenvorschlag der Namensänderung geführt habe: Weiterhin beanspruche Oracle die Namensrechte an Hudson und verlange die Unterzeichnung eines Contributor License Agreements von den Kernentwicklern an Hudson. Die vorgeschlagenen Regelungen für Hudson-Erweiterungen bezeichnet Kawaguchi als „fair“, bemängelt aber, dass weiterhin unklar sei, wie das Projekt selbst seinen Namen zukünftig nutzen könne.

Kawaguchi wirft Oracle vor, die Art der Projektführung unilateral verändern zu wollen, obwohl Oracle selbst kaum Code-Beiträge zu Hudson leiste. Kawaguchi bekräftigt deshalb den zusammen mit Andrew Bayer formulierten Gegenvorschlag, der die Namensänderung in Jenkins beinhaltet, und kündigt an, dass die endgültige Entscheidung, welcher Vorschlag angenommen werden soll, in einer bald startenden Community-Umfrage gefällt werden soll.

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Hartmut Schlosser
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