Oracle versus Google: Ellison-Page-Gespräch scheitert

Hartmut Schlosser

Das erste Schlichtungsgespräch zwischen Oracle CEO Larry Ellison und Google CEO Larry Page hat zu keiner Einigung geführt. Wie das Wall Street Journal berichtet, soll die Schlichtungsrunde im Patentrechtsstreit um Android am Donnerstag fortgesetzt werden.

Die Gespräche waren nach langen Voruntersuchungen gerichtlichen angeordnet worden, in deren Verlauf Oracle Schadensersatzforderungen in Höhe von 6.1 Milliarden US-Dollar geltend gemacht hatte. Der Suchmaschinenriese hat bisher jede Zahlung abgelehnt. Beide Positionen hatten zu einem gewissen Unmut beim zuständigen Richter Wiliam Alsup geführt, der beide Parteien zu mehr Kompromissbereitschaft aufgerufen hatte: „You’re both asking for the moon and you should be more reasonable“

Über den Inhalt der nicht-öffentlichen Gespräche ist bisher nichts bekannt geworden. Gegenüber standen sich auf der Seite Googles Larry Page in Begleitung von Andy Rubin, Senior Vice President Mobile, und Larry Ellison, der von Oracles Chief Finacial Officer Safra Catz unterstützt wurde. Die Gespräche gelten als letzte Möglichkeit, den Streit außergerichtlich beizulegen, und könnten bis zum 30. September andauern.

Oracle wirft Google vor, in der mobilen Plattform Android mehrere Java-Patente verletzt zu haben. Laut Oracle soll der Quellcode an einigen Stellen direkt kopiert worden sein, was Google bestreitet. Google beruft sich auf den Open-Source-Gedanken Javas – eine Position, die Oracle viele Jahre lang selbst mitgetragen und erst nach der Übernahme von Sun und dem Erwerb der Java-Patente verlassen habe.

Sollten die Gespräche zu keinem Ergebnis führen, wird es wohl doch zu einem Gerichtsverfahren kommen, das sich wiederum über mehrer Monate erstrecken könnte. Der ursprünglich angesetzte Gerichtstermin 31. Oktober steht indes noch in Frage, da ein lokaler Kriminalfall Vorrang vor der Oracle-Google-Klage erhalten könnte.

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Hartmut Schlosser
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