Oracle verschiebt öffentliche OpenJDK Bug-Datenbank

Hartmut Schlosser

Wie Mark Reinhold an die OpenJDK-Community berichtet, wird die Bereitstellung einer neuen, öffentlichen JDK Bug JIRA-Instanz nicht wie angekündigt Mitte 2012 zur Verfügung stehen. Ursprünglich war geplant, in einem Pilot-Projekt eine neue OpenJDK JIRA-Instanz einzurichten und danach den Korpus an historischen JDK Bugs aus Sun-Zeiten dorthin zu migrieren.

Der Prozess des Aufsetzens des Systems und der Genehmigung durch die verschiedenen Oracle-Instanzen habe nun mehr Zeit in Anspruch genommen, als erwartet:

Mohan Pakkurti and his team have been working to implement the pilot system; this includes configuring JIRA, acquiring and provisioning hardware, and getting the myriad internal approvals required from various parts of Oracle. All of this work is, unfortunately, taking much longer than anticipated. Mark Reinhold

Da nun das alte Bug-Tracking-System von Sun Ende Juli dicht gemacht wird, musste eine Planänderung her. Diese sieht vor, zuerst die alten Sun-Bugs in eine interne JIRA-Instanz zu retten, was bis Mitte Juni abgeschlossen werden soll. Erst danach werden die Bugs in einer externen, öffentlichen JIRA Instanz verfügbar – nach der Installation der Hardware und der offiziellen Absegnung durch Oracle. Darüber, wie lange dieser Prozess dauern wird, gibt Reinhold keine Auskunft.

Als weitere Einschränkung werden die JIRAs nicht wie vorgesehen flexibel anpassbar sein, wie ursprünglich in einem Entwurfspapier spezifiziert. Man wird also aus Zeitgründen eine Kompromisslösung fahren.

Reinhold entschuldigt sich bei allen, für die diese Nachricht eine Enttäuschung darstellt:

I understand that this news will be disappointing to many; I’m not very happy about it myself. It’s unfortunate that there won’t be a public pilot system prior to the migration, that deep customization work will have to wait, and that the public system most likely won’t be available by mid-2012. Mark Reinhold

Allerdings wäre die Alternative laut Reinhold noch viel schlimmer: wenn zum Zeitpunkt des Schließens des Sun-Legacy-Systems kein funktionierender interner Bug-Tracker existierte. Doch bleibt die Frage, warum das Schließen des historischen Sun-Bug-Systems Vorrang haben soll vor der Einrichtung eines externen, der gesamten Community zugänglichen JIRA-Systems.

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Hartmut Schlosser
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