Die Zukunft von Enterprise Java

Oracle veröffentlicht Details zur Java-EE-Umfrage

Melanie Feldmann

© Shutterstock / Alexandru Nika

Oracle hat Ende November bekannt gegeben MVC, JMS 2.1 und Management 2.0 nicht in Java EE 8 übernehmen zu wollen. Als Grund für diese Entscheidung führte das Unternehmen die Java-EE-Community-Umfrage an. Jetzt veröffentlicht Oracle einen detaillierten Einblick in die Ergebnisse.

1.693 Java-Entwickler rankten die Java-EE-Komponenten auf einer Skala von 1 bis 5. Auf den ersten drei Plätzen landeten die Themen REST Services, HTTP/2 und OAuth/OpenID. Auf den letzten drei Plätzen liegen JMS, Deployment Grouping und MVC API. Die Spanne der erreichten Punkte lag dabei bei 4,56 Punkten für REST bis 3,18 Punkten für MVC.

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Java-EE-Komponenten nach Wichtigkeit sortiert (Quelle: Oracle)

Damit sind für die Teilnehmer REST (JAX-RS 2.1) und HTTP/2 (Servlet 4.0) die zwei wichtigsten Komponenten für Java EE 8. Oracle erklärt, dass die meiste Arbeit an diesen APIs bereits getan sei. Zusammen mit JSON-B und JSON-P sei es wichtig, diese Komponenten möglichst schnell in Java EE zu integrieren. Die Integration von OAuth und OpenID wurde in Betracht gezogen, aber aus Zeitgründen verworfen. Security 1.0 soll aber Teil von Java EE 8 werden. Auch die auf der JavaOne vorgestellten Themen Configuration und Health Checking fallen der Zeitknappheit zum Opfer, obwohl die Befragten die Themen als recht wichtig erachten (Platz 9 und 4). Wie bereits angekündigt fallen Management 2.0 und JMS 2.1 weg. MVC soll weiterhin möglicherweise ausgegliedert und von der Community weiterentwickelt werden.

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Die alten und die überarbeiteten JSRs (Quelle: Oracle)

Zu den nächsten Schritten sagt Oracle: „Based on the survey results and implementation considerations discussed above, we’ll move forward with the revised Java EE 8 proposal.“

Eine Spitzfindigkeit ist, dass Oracle die Umfrageteilnehmer fragte, wie wichtig sie die Technologien für kommende Cloud- und Microservice-Anwendungen halten. Dass hier MVC nicht unter den Top-Themen landet, ist nachvollziehbar. Aber es gibt ja nicht nur Cloud- und Mircoservice-Apps da draußen. Außerdem kann man kritisieren, dass 1.600 Teilnehmer für eine weltweite Community nicht unbedingt repräsentativ sind. Die Umfrage war aber öffentlich zugänglich und wurde auf verschiedenen Kanälen angekündigt. Interessant ist, dass man bei der geographischen Verteilung der Teilnehmer einen deutlichen Schwerpunkt in Mitteleuropa und besonders Deutschland erkennen kann. Die deutsche Java-EE-Community hat sich also vergleichsweise rege beteiligt.

Die Umfrageteilnehmer

Von den insgesamt rund 1.600 Teilnehmern der Umfrage gaben über 700 an mehr als achte Jahre Erfahrung mit Java EE zu haben. Knapp darunter liegen Entwickler mit zwei bis acht Jahren Java-EE-Entwicklung. Lediglich rund 250 gaben an bis zu zwei Jahren Erfahrung zu haben. Nach den nackten Zahlen kann man also davon ausgehen, das der durchschnittliche Teilnehmer über genug Erfahrung mit Java EE verfügt, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Bei der Frage nach der Erfahrung mit Microservices gab die überwiegende Mehrheit an über keine Erfahrung zu verfügen. Knapp die Hälfte der Teilnehmer hat aber vor sich mit Microservices zu beschäftigen.

Die Zusammenfassung der Umfrage kann man als PDF herunterladen. Ob dies die Kritiker verstummen lässt, die bereits bei der Abkündigung von MVC nach Einsicht in die Umfrage riefen, sei mal dahingestellt. Mit heutigen Möglichkeiten wäre es kein Problem, den kompletten Datensatz öffentlich zur Verfügung zu stellen, damit sich jeder seine eigenes Bild machen kann.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
Kommentare

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2 Kommentare auf "Oracle veröffentlicht Details zur Java-EE-Umfrage"

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Dr. Eck-Spatz
Gast

„Die Integration von OAutch…“

besser hätte man es nicht formulieren können… 🙂