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Zur Zukunft des Java-Evangelismus bei Oracle

Oracle entlässt Evangelisten – Reaktionen aus der Community

Moritz Hoffmann

© Shutterstock.com/Katherine Welles

Die Java-Community ist in heller Aufregung ob der plötzlichen Entlassung der Java-Evangelisten durch Oracle. Ist die Idee des Evangelismus bei Oracle endgültig begraben worden? Was hieße das für Javas Zukunft? Braucht Java überhaupt noch Evangelisten?

Wie am Wochenende bekannt wurde, hat Oracle damit begonnen, einige seiner Evangelisten zu entlassen. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass Java’s Schlüsselentwickler wie Brian Goetz oder Dalibor Topic von den Ausgliederungen betroffen sind. Und auch das NetBeans-Teams dürfte wohl erst einmal weiter seiner Arbeit nachgehen dürfen. Spekulationen um Oracles Beweggründe für die bereits bekannt gewordenen Abgänge greifen aber weiter um sich.

Einer der ersten Berichterstatter, Simon Sharwood von The Register, nimmt an, dass Javas Reife einer der Gründe dafür sein könnte, warum sich Oracle dafür entschieden hat, mit den Evangelisten zu brechen:

While popular, the technology is mature and many developers have moved on to other things. It is not exactly in favor with many web developers. There may not therefore be enormous upside in continuing to promote Java, although the technology is hardly likely to emerge from a downturn without evangelists.

Gibt es eine Zukunft für den Java-Evangelismus?

Obwohl Java in verschiedenen Sprach-Rankings zuletzt immer wieder seine Spitzenposition verteidigen konnte, steht seine Beliebtheit in Entwicklerkreisen fortwährend zur Debatte. So zeigten einige Community-Mitglieder auf Reddit Verständis für Oracles strategische Entscheidung, das Bewerben von Java zurückzufahren. So schreibt beispielsweise ykchan:

There’s an old saying in chinese, „When all the rabbits are caught, we would eat the dogs.“ (Seriously, this is real.) Well,  Java is already the most popular programming language in the world. What more use is there for Java evangelists?

In diesem Sinne schreibt auch ein Nutzer unter dem Namen anon0108:

I gotta agree. Does Java need to be sold any more? It runs everywhere. it runs on everything. we don’t need evangelising. We need evangelizing of stuff that does what java can’t do.

Die .NET-Entwickler spotten sogar, die Java-Evangelisten sollten als Java-Apologeten weiterbeschäftigt bleiben, wie Cameron McKenzie auf TheServerSide empfiehlt. Für ihn sind die Entlassungen lediglich eine Bestätigung dafür, dass Oracle mit innovativem Denken grundsätzlich so seine Probleme hat:

The cynical are suggesting that you only evangelize when you have new ideas, and this is simply an indication that Oracle has run out of them.

Auch auf Reddit überwiegen die bissigen Kommentare Richtung Oracle. Stephen Colebourne mutmaßt sogar, Oracle habe den fiktiven Deal vergessen, der die Java-Eigentümer für ihre Investitionen mit der Verbreitung der Sprache durch die Entwickler-Community belohnt habe. Ein offizielles Statement zu den Vorgängen von Seiten Oracles steht nach wie vor aus.

Aufmacherbild: The Oracle World Headquarters located in Redwood City, California on March 18, 2014 von Shutterstock
Urheberrecht: Katherine Wells

 

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Geschrieben von
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
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