Oracle stellt sich gegen die Hudson-Community

Hartmut Schlosser

Oracle hat sich gegen die Pläne der Hudson-Community gestellt, das Continuous-Integration-System Hudson von der java.net- auf die GitHub-Infrastruktur zu migrieren. Nachdem sich bereits alle Hudson Kernentwickler auf die GitHub-Migration festgelegt hatten, hat sich Ted Farrell, Oracles Senior VP of Tools and Middleware, zu Wort gemeldet und in klaren Worten seine Position deutlich gemacht, dass die Entscheidung, was mit der Hudson-Infrastuktur zu geschehen habe, allein bei Oracle liege.

Zum wiederholten Male legt sich Oracle mit einer Open-Source-Community an. Wie kam es dazu?

Probleme mit der Java.net-Infrastruktur wurden seitens der Hudson-Community seit 2009 immer wieder berichtet und alternative Lösungen wie SourceForge, Google Code, Kenai, Berlios, GitHub in Betracht gezogen. Nachdem die java.net-Infrastruktur Ende November 2010 indes nicht mehr zugänglich war, reagierte das Hudson-Team und reichte ein Proposal für die Migration zu GitHub ein, welches breite Zustimmung bei den Core- und Plug-in-Entwicklern fand.

Kurz vor der geplanten Migration meldet sich nun Ted Farrell, Oracle Senior VP of Tools and Middleware, zu Wort und kündigt an, dass Hudson auf der java-net-Infrastruktur verbleiben werde. Es sei wichtig für Hudson, mit dem Rest der Java-Community in Verbindung zu bleiben und Oracle werde eng mit der Hudson-Community zusammenarbeiten, um das Projekt weiter voranzubringen. Ein Umstieg auf das Versionskontrollsystem Git könne auch auf der java.net-Infrastruktur vollzogen werden. Ein Umzug zu GitHub sei dafür nicht erforderlich.

Farrell macht deutlich, dass zwar jeder das Recht habe, Hudson zu forken, die Namensrechte indes bei Oracle lägen, so dass es nicht erlaubt sei, den Namen außerhalb der Kern-Community zu verwenden.

Because it is open source, we can’t stop anybody from forking it. We do however own the trademark to the name so you cannot use the name outside of the core community. We acquired that as part of Sun. Ted Farrell

Farrell stellt seinen Standpunkt nochmals in einer Antwort auf die Kommentatoren klar:

[W]hat I am saying is that I believe the final decision of what to do w.r.t. infrastructure belongs to Oracle and that decision should be made according to the will of the community as it makes sense Ted Farrell

Hudson-Entwickler R.Tyler fasst die Vorgeschichte in seinem Blog „Who’s driving this thing?“ zusammen und kommentiert, dass Oracles Taten Oracles Worten klar zuwider liefen. Nachdem die gesamte Hudson-Entwickler-Community sich für einen Umzug zu GitHub entschieden habe, fordere Oracle einen Fork heraus, was der Aussage widerspreche, man wolle eng mit der Hudson Community zusammenarbeiten.

Insisting that Hudson development remain on Java.net, after the development community committed to GitHub, contradicts the words promising to work with the Hudson community and to help facilitate its growth. Asserting that Oracle isn’t trying to exert unwelcome control over the project, while doing exactly that. R.Tyler

Viel böses Blut ist bei den Kommentatoren Tylers Darstellung der Lage zu spüren, die sich in den meisten Fällen dafür aussprechen, das Hudson-Projekt zu forken und eine Namensänderung vorzunehmen.

Fork it, change the name. Oracle needs to learn a lesson here. Brussel

Fork it, change the name. It’s either now or later … it will be easier the sooner you do it. Adam N

The thing that worries me most about this is the assertion of ownership of the Hudson brand name. I’d say: only fork if they won’t entrust the name/trademark/etc to some well known third party – the Apache or Eclipse foundations come to mind. If they won’t do that (and I can’t see them doing so, because being Oracle they think they can run the world), then by all means fork and get the new name under community control. pjz

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Hartmut Schlosser
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