Oracle stellt JVM-Strategie klar

Hartmut Schlosser

Hernik Ståhl hat in einem Blogpost Oracles Strategie bzgl. der Weiterentwicklung der Java Virtual Machine deutlich gemacht. Ståhl reagiert damit auf Irritationen, die eine Bemerkung von Adam Messinger auf der QCon ausgelöst hatte, Oracle wolle eine kostenpflichtige „Premium JVM“ anbieten. Bei dieser „Premium JVM“ handelt es sich offenbar nicht um eine neues Produktangebot, stellt Ståhl nun klar. Gemeint waren lediglich die bereits auf der JavaOne vorgestellten kommerziellen Erweiterungen wie JRockit Mission Control, die weiterhin kommerziell vertrieben werden sollen.

Die erwähnten Strategiepunkte im Einzelnen:

  • Die JRockit und HotSpot JVMs sollen in einem mehrjährigen Prozess miteinander verschmolzen werden
  • Oracle wird weiterhin eine offene (OpenJDK) und geschlossene Implementierung unterhalten
  • Die überwältigende Mehrheit der Arbeiten an der JVM soll Stück für Stück in das OpenJDK einfließen
  • Suns Java for Business und Oracles JRockit Mission Control, JRockit Real Time und JRockit Virtual Edition bleiben proprietäre Erweiterungen, die als „Premium Produkte“ kommerziell angeboten werden sollen
  • Oracle wird weiterhin ein gratis JDK und JRE Binaries bereit stellen, die einige Closed-Source-Elemente enthalten werden
  • Einige der geschlossenen Implementierungen würden aufgrund von Drittpartei-Belastungen nicht offen gelegt (Beispiel sei der „font rasterizer“). Man sähe diese Komponenten gerne durch Open-Source-Alternativen ersetzt, werde dieses Problem aber kurzfristig nicht angehen, da andere Projekte wir JDK 7 eine höhere Priorität genießen.

Ståhl schließt mit der Bemerkung, dass die Code-Beiträge, welche von JRockit in das OpenJDK fließen sollen, mit zu den größten Einzelbeiträgen seit der Gründung des Projektes zählen werden.

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Hartmut Schlosser
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