Oracle reagiert auf Community-Kritik: TZUpdate wieder kostenlos

Astrid Spier

Vielleicht haben Sie es mitbekommen: Mit dem Update der Java Standard Edition 6 Anfang des Jahres verschwand ein kleines aber wichtiges Tool aus den JDKs. Statt die bisher kostenlose Version des Timezone Updater (TZUpdate) nutzen zu können, sollten die User einen kostenpflichtigen Support-Vertrag mit Oracle abschließen, was bei vielen auf großes Unverständnis stieß. Deshalb stellt Oracle das Tool ab sofort wieder gratis zur Verfügung.

Der TZUpdater ist ein wichtiger Bestandteil von  Programmen, die auf korrekte und genaue Zeitangaben angewiesen sind. Mit dem Werkzeug lassen sich nämlich die Java-Zeitzonen mit der Referenz-Datenbank tzdatabase abgleichen.

Dass das TZUpdate nun wieder öffentlich zur Verfügung steht, ist nicht zuletzt der Community zu verdanken. Diese machte in einer regen Diskussion ihrem Unmut Luft, wie auch Noel Trout, der mit seiner Firma Programme für die private Luftfahrt entwickelt und somit auf genaue Zeitangaben an verschiedenen Flughäfen mit verschiedenen Zeitzonen angewiesen ist. Gerade kleine Firmen hätten unter dem Zwang zum kostenpflichtigen Support-Programm zu leiden gehabt.

Oracles Henrik Stahl zufolge ging das Entfernen nicht konform mit der eigenen Update-Policy und sei somit als eine Art „Versehen“ zu werten. Selbst das Oracle JDK 7 konnte ohne die TZUpdates-Komponente nicht mehr ohne Lizenzvertrag aktuell gehalten werden. Stahl entschuldigt sich deshalb für die „Konfusion“ und dankt der Community, allen voran Zeit-Library-Spezialisten Stephen Colebourne, für die „technische Analyse“ aus einer Community-Perspektive.

Aus einigen Oracle-Kommentaren war indes auch das kommerzielle Interesse Oracles in der Angelegenheit herauszuhören, zum Beispiel  Cameron Purdy auf TheServerSide:

I asked about this internally. This is the response I received back:

„We update the timezone data regularly every time we ship a new Java update (6 times per year), and the most recent version of Java is always royalty-free.
We consider the TZupdater to be a support tool for our long-term support customers and we do charge for support as a way to fund the development of Java. We don’t charge for it specifically, it’s just part of our overall support offering.“

Obviously, the charging for support brings up a complex topic, in that Oracle wants to encourage the continued growth and usage of Java, yet also needs to find ways to pay for the maintenance work on Java — which is quite expensive, as you could imagine.

Peace,

Cameron Purdy | Oracle

Wie dem auch sei – Oracle hat reagiert, und zwar diesmal im Sinne der Nutzer, indem es ab sofort den TZUPdater wieder kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Geschrieben von
Astrid Spier
Astrid Spier
Astrid Spier arbeitet seit Juli 2012 als Redaktionsassistentin bei S&S Media. Im Mai 2011 hat sie ihren Master in Germanistik in den Vereinigten Staaten erhalten. Durch die enge Verbindung von Journalismus und Germanistik hat sie in den USA journalistische Erfahrungen sammeln können und Artikel zur interkulturellen Verständigung für den Blog der Universität geschrieben. Im März 2013 hat sie ihr Staatsexamen mit den Fächern Englisch und Deutsch in Mainz abgeschlossen.
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