Suche
Was wird aus Java EE?

Oracles Plan für Java EE: mehr Cloud

Melanie Feldmann

Wie geht es weiter mit Java EE? Diese besorgte Frage hat die Java-Community über die letzten Wochen beschäftigt. Oracle hat sich jetzt zu Wort gemeldet und gibt erste Einblicke in seine Pläne für Java EE: mehr Cloud.

Die offizielle Verkündung der Java-EE-Pläne von Oracle soll auf der JavaOne im September kommen. Einen ersten Einblick gewährte Thomas Kurian, President of Product Development von Oracle, in einem Interview mit InfoWorld. Der Plan sei, Java EE in das Reich des modernen Computings zu führen. Das bedeutet: vor allem in die Cloud.

Das plant Oracle für Java EE

Als Grund nannte er, dass Applikationen immer weniger auf klassischen Applikations-Servern laufen, sondern immer mehr in cloud-basierten Strukturen. Dies führt zu neuen Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit der Anwendungen. Deswegen sei eine signifikante Veränderung für Java EE 8 nötig. Das große Volumen an Transaktionen, die eine moderne Anwendung heute verarbeiten muss, macht ein neues Modell für Status- und Transaktions-Management nötig. Außerdem sorgen Technologien wie Docker dafür, dass es zusätzlich auch neue Anforderungen an externes Konfigurations-Management, Awendungs-Deployment und Packing gibt. Auch an diese neuen Paradigmen will Oracle näher heran: „Containers would make use of immutable configuration, externalizing the process from within application servers. Configuration changes would then be made via a configuration service.“ Oracle will Java EE 8 mit Möglichkeiten ausstatten, Daten in Key-value Stores zu pesistieren, basierend auf NoSQL-Stores, mit einem Transaktionsmodell für Eventual Consistency und Relaxed Transactions.

Lesen Sie auch: Alle Meldungen zum Thema inklusive der Diskussion rund um die Zukunft von Java EE

Die nächste Version von Java soll außerdem Verbesserungen beim Thema Multitenancy in Cloud-Umgebungen bringen. Für das Thema Sicherheit sollen sich neue Tools und Standards für Authentifizierung und Autorisierung wie OAuth und OpenID Connect besser integrieren lassen. Auch ein neues Modell für reaktive Anwendungen sei im Gespräch. Für asynchrone Kommunikation soll die HTTP2-Unterstützung noch deutlich ausgebaut werden. Das Thema Microservices erwähnt Kurian ebenfalls. Er sprach aber lediglich unkonkret von längerfristigen Planungen.

Passt die Planänderung noch in den Zeitplan?

Das Oracle seine Ressourcen mehr in die Cloud-Themen steckt und deswegen Java EE vernachlässigt, hatten Experten bereits vermutet. Im Interview mit JAXenter sagte Josh Juneau: „Wahrscheinlich will Oracle alle Ressourcen darauf verwenden, an Cloud-Projekten zu arbeiten.“ Oracle pusht seine Cloud-Produkte momentan stark. Was sich auch auf die Zahlen auswirk.  Für das vierte Quartal 2016 gibt Oracle an mit Cloud-Produkten 859 Millionen US-Dollar eingenommen zu haben. Das sei eine Steigerung von 49 Prozent. Für Oracle könnte es jedoch schwierig werden, von dieser Strategie wieder wegzukommen und den Fokus wieder mehr auf Java EE zu legen. „Es könnten Monate oder Jahre vergehen, bis Oracle wieder bereit ist, sich auf Java EE zu fokussieren“, schätzt Juneau. Kurian machte auch keine Aussagen, ob Oracles neue Pläne für Java EE in den Zeitplan für Java EE 8 passen. Bei der Fülle der Neuerungen scheint dies jedoch unwahrscheinlich.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
Kommentare
  1. Ardekay2016-08-17 09:48:36

    Das sind gute Neuigkeiten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.