Oracle gibt OpenOffice frei

Hartmut Schlosser

Oracle stellt die Vermarktung von OpenOffice als kommerzielles Produkt ein. OpenOffice.org soll wieder zu einem rein Community-getriebenen Open-Source-Projekt werden.

In einer Pressemitteilung begründet Oracle diese Entscheidung mit dem großen Interesse an einer kostenfreien OpenOffice-Version. Man beabsichtige, so schnell wie möglich mit Community-Vertretern zusammenzukommen, um den fortdauernden Erfolg des OpenOffice-Projekts zu gewährleisten.

We intend to begin working immediately with community members to further the continued success of Open Office. Oracle will continue to strongly support the adoption of open standards-based document formats, such as the Open Document Format (ODF).

Die Mitteilung kommt überraschend, revidiert sie doch die Entscheidung Oracles nach der Übernahme von Sun, die freie Verfügbarkeit der OpenOffice-Quellcodes zu beschränken. Teile der OpenOffice-Community hatten sich daraufhin von Oracles OpenOffice abgewandt und unter dem Namen „LibreOffice“ eine juristisch mögliche Abspaltung ins Leben gerufen.

Unklar ist deshalb, wie sich das Verhältnis zwischen dem Oracle gepflegten OpenOffice und dem unabhängigen LibreOffice gestalten wird. Eine reibungslose „Wiedervereinigung“ scheint nach den Querelen der letzten Monate nur schwer denkbar.

Keine Informationen gibt es vonseiten Oracles, wie genau die Zusammenarbeit von Oracle und der OpenOffice-Community organisiert werden soll. Insbesondere die Frage, wie stark Oracle selbst Entwicklungsressourcen zur verfügung stellen wird, wartet noch auf eine Klärung.

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Hartmut Schlosser
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