Cloud-Umsätze versus Java: Oracles Ablenkungsmanöver im Evangelisten-Drama

Natali Vlatko

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Oracle hat seinem Java-Evangelismus ein Ende bereitet und konzentriert sich stattdessen auf das wachsende Geschäft mit der Cloud. Unterdessen klagt der Rest der Java-Community über den Weggang derjenigen, die der Sprache am leidenschaftlichsten zugetan waren.

Nach dem ganzen Rummel, der mit dem Rauswurf seiner Java-Evangelisten einher ging, versucht Oracle nun, die Aufmerksamkeit durch Veröffentlichung der Geschäftszahlen des ersten Quartals stattdessen auf seinen Cloud-Bereich zu lenken. Der Bericht konzentriert sich in erster Linie auf Oracles Cloud-Tätigkeiten; aufgrund der stetig in den Ausbau der Cloud-Infrastruktur fließenden Investitionen erwartet das Unternehmen ein weiteres Wachstum in diesem Bereich.

Oracle gibt einen Umsatz von 8,4 Milliarden US-Dollar an. Der Gesamtumsatz im Cloud-Bereich ist um 29 % gestiegen; der Umsatz von Cloud-SaaS und PaaS separat betrachtet gar um 34 %. Auch der Bereich Cloud-IaaS hat sich verbessert, hier stieg der Umsatz im Vergleich zum vorherigen Quartal um 16 %. Diese Zahlen haben Oracle dabei geholfen, die gesetzten Erwartungen zu übertreffen: Sowohl Umsätze als auch Gewinne liegen leicht über den Schätzungen der Analysten.

Als Folge der Berichterstattung um die Entlassung seiner Java-Evangelisten ist es wenig verwunderlich, dass Oracle versucht, die Wogen zu glätten und die Bereiche, in die das Unternehmen in Zukunft mehr Aufwand und Ressourcen investieren möchte, in einem besonders hellen Licht erstrahlen zu lassen. Allerdings: Den höheren Umsätzen im Cloud-Geschäft stehen Umsatzrückgänge in Bereichen wie dem Produktsupport und Softwarelizenzupdates gegenüber.

Cloud first, Java later

Die Botschaft, die Oracle mit der Auflösung seines Evangelisten-Teams aussendete, zeigt Wirkung. Zum Beispiel bei Sean Phillips, der sie im Rahmen unserer Berichterstattung auf JAXenter.com wie folgt kommentierte:

I will be speaking at three sessions this year, as I do each year and the only reason I submit these proposals is for the people (the evangelists) and the buzz and energy they infuse into the Java community. This effect is what keeps Java alive, breathes new life into the language each year.
Most importantly: Many of them helped keep Java alive and strong during the dark ages of Java, ie the transition from Sun to Oracle. This tells me Oracle doesn’t care anymore. So why should I?

Der Kommentator Bob Namestka hob die potentiellen Auswirkungen auf die Arbeit an JavaFX hervor: Er betrachtet Oracles Entscheidung als schweren Schlag für die Lebensfähigkeit von JavaFX sowie die Nutzung von Java im IoT-Bereich.

Es könnte auch lohnenswert sein, sich die geschäftlichen Aspekte, die diese Vorgänge beeinflussen, ins Gedächtnis zu rufen – zumindest einige Reddit-Mitglieder haben genau das getan:

Im Rahmen der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen wies Oracle insbesondere auf die Non-GAAP-Anpassungen bei den Umsätzen in den Bereichen Cloud und PaaS hin:

We believe the adjustment to these revenues is useful to investors as a measure of the ongoing performance of our business.

Aufmacherbild: out of focus sky with hand holding a glasses that correct the vision von Shutterstock / Urheberrecht: grufnar

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Natali Vlatko
Natali Vlatko
An Australian who now calls Berlin home, via a two year love affair with Singapore. Natali was an Editorial Assistant for JAXenter.com (S&S Media Group).
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