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Oracle auf der Anklagebank: WebLogic Server soll Patente verletzen

Judith Lungstraß

Wie ein Gerichtssaal von innen aussieht, dürfte Oracle mittlerweile wissen. Und weil es so schön war, wird das kalifornische Unternehmen wohl demnächst in denselbigen zurückkehren dürfen, diesmal jedoch auf die andere Seite der Anklagebank. Der Middleware-Anbieter Thought hat nämlich Klage gegen Oracle eingereicht über die Verletzung einiger Patente im WebLogic Server und anderen Oracle-Produkten.

Schon in den Neunzigerjahren hat Thought mit Hilfe der Sprache Java ein Middleware Mapping Layer erstellt, mit dem sich Objekt- und Tabelleninformationen speichern lassen. 1997 wurde diese Technologie mit einem Patent gesichert und in das eigene Produkt CocoBase integriert.

An diesem Produkt bzw. vielmehr an dieser Technologie hatte Oracle seit jeher großes Interesse. Von 1997 bis 2004 gingen angeblich 28 Anfragen für eine Evaluierungs-Version von Cocobase bei Thought ein, die allesamt von Oracle-Domainnamen stammten. Von Sun Microsystems sollen in demselben Zeitraum sogar ganze 119 Anfragen gekommen sein. Verhandlungen über eine vernünftige Lizenzgebühr scheiterten jedoch und um zu verhindern, dass Oracle die Technologie unrechtmäßig verwenden konnte, habe Thought 2002 eigenen Angaben zufolge sogar in Kalifornien angerufen und erklärt, welche Technologien genau unter das besagte Patent fallen.

Im Mai 2006 habe Oracle dann aber begonnen, die patentgeschützte Technologie unter dem Dach des JSR 220 in die Produkte Oracle WebLogic Server ab Version 10.3.0 , Oracle TopLink ab Version 10.1.3.5 sowie in den Glassfish Server einzubauen, so Thought. Und genau aus diesem Grund habe man nun auch Klage beim US District Court for the Northern District of California eingelegt. Thought fordert eine einstweilige Verfügung mitsamt einer Entschädigung von Oracle.

Ob die Anschuldigungen berechtigt sind oder nicht, wird sich zeigen. Wir bleiben jedenfalls für Sie am Ball.

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Judith Lungstraß
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