Oracle arbeitet an kostenpflichtiger JVM

Hartmut Schlosser

Oracle plant offenbar, neben einer freien Java Virtual Machine (JVM) eine kostenpflichtige „Premium JVM“ auf Basis des Open-JDK-Projekts anzubieten. Der gestrigen Twitter-Sphäre war zu entnehmen, dass Adam Messinger, Oracles Vice President of Development in der Fusion-Middleware-Gruppe, eine entsprechende Ankündigung auf der QCon-Konferenz in San Francisco gemacht hat – ohne allerdings weitere Details darüber zu enthüllen, wie die beiden Versionen sich genau unterscheiden sollen.

Wie bereits in den ersten Strategie-Verlautbarungen im Januar 2010 bekannt gegeben, arbeitet Oracle derzeit daran, die beiden JVMs JRockit und Suns Hotspot miteinander zu verschmelzen. Von einer kostenpflichtigen JVM-Variante war damals allerdings nicht die Rede gewesen.

Auf einem Bericht von The Register wird Messinger mit dem Versprechen zitiert, es werde immer eine kostenfreie und hoch-performante JVM zur Verfügung stehen. Wahrscheinlich sei, dass die Premium-JVM Performanz-Optimierungen für die Oracle-Middleware-Systeme enthalten werde.

Kontrovers werden Oracles Absichten in der Community diskutiert. Apache-Mitglied Stephen Colebourne stellt heraus, dass viele Anschlussfragen wie Feature-Set, Release-Zyklen, Support-Modelle etc. noch nicht geklärt seien und Messingers Ankündigung deshalb nicht unbedingt zu einer Beruhigung der Community beitrage.

My concern is that once you have the split, there will be a product manager for the premium version. Their bottom line and job success will depend on moving people from gratis to paid. They will therefore lobby against adding to the gratis version and rachet up the cost of the paid version. Stephen Colebourne

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