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OpenStack Newton: bessere Skalierbarkeit, größere Elastizität, höhere Usability

Dominik Mohilo

©Schuttertock.com / bilha golan

Das Projekt OpenStack ist seit der ersten Veröffentlichung vor ziemlich genau sechs Jahren stetig gewachsen und mittlerweile eine wichtige Instanz in der Welt des Cloud Computing. OpenStack vereint in sich viele verschiedene Komponenten für das Erstellen und Verwalten von Cloud-Plattformen. Gerade wurde die 14. Version der kostenfreien Open-Source-Software mit dem offiziellen Namen OpenStack Newton veröffentlicht.

Über 2.500 Entwickler, Operators und Nutzer aus über 300 Unternehmen und Organisationen waren an OpenStack Newton beteiligt. Entsprechend umfangreich ist die neueste Version der Cloud-Computing-Plattform. Besonderes Augenmerk lag für Newton auf einer verbesserten Skalierbarkeit, größeren Elastizität und erweiterten Vielseitigkeit.

Bessere Skalierbarkeit

Die Skalierbarkeit im Bereich des Cloud Computing ist immer ein wenig heikel. Gerade wenn man unterschiedliche Plattformen oder Standorte nutzt, kann es zu Problemen kommen. Das aktuelle Update von OpenStack reduziert die funktionalen und architektonischen Barrieren im Hinblick auf die Skalierbarkeit und macht das Up- und Downscaling plattform- und standortübergreifend möglich.

Um die Skalierbarkeit zu verbessern wurden in Nova, Horizon und Swift die Leistungsfähigkeit für das Up- und Downscaling erhöht und auch bei der Arbeit an Cells V2 gibt es Fortschritte. In Ironic, dem Bare-Metal-Machine-Tooling von OpenStack, wurde die Mandantenfähigkeit verbessert.

Größere Elastizität

Die Elastizität ist ein wichtiger Faktor des Cloud Computing. Für viele Unternehmen ist es nur dann sinnvoll, auf die Cloud zu setzen, wenn eine hohe Verfügbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Fähigkeit zur Selbstheilung gegeben ist. OpenStack Newton führt, um diese Faktoren abzudecken, wichtige Verbesserungen der Availability/High Availability-Funktionalität für die Komponenten Cinder, Ironic, Neutron und Trove ein.

Cinder unterstützt zum Beispiel nun das Umschreiben von verschlüsselten zu unverschlüsselten Volumes und umgekehrt sowie Micro-Versions. Auch ein Backup-Service, der auf mehrere Instanzen skaliert, wurde Cinder hinzugefügt. Diverse Sicherheitsfunktionen, wie etwa die PCI Compliance, runden das Updatepaket in Sachen Elastizität ab.

Höhere Usability

Die verbesserte Vielseitigkeit ist im Falle von OpenStack Newton mit einer verbesserten Usability gleichzusetzen: In erster Linie ging es in dem Update darum, es einfacher zu machen, OpenStack aufzusetzen, zu betreiben, zu ändern und zu fixen. Zudem war eine weitreichendere Automatisierung Ziel des Updates.

Magnum, die Container-Komponente von OpenStack, macht es nun möglich, Orchestrierungs-Tools für Container zu verwenden. Nutzer können also ab sofort auf Swarm, Kubernetes und Mesos zurückzugreifen. Durch Ironic sind auch Kubernetes-Cluster und die asynchrone Cluster-Erstellung im OpenStack verfügbar. Kolla wurde um die Möglichkeit erweitert, auf Bare-Metal-Maschinen zu deployen und dank Kuryr sind die Netzwerk-Fähigkeiten von Neutron nun auch in Bezug auf Container nutzbar, was zum ersten Mal eine Swarm- bzw. Kubernetes-Integration ermöglicht.

Ein Video fasst die Highlights von OpenStack Newton kompakt zusammen:

Hintergrund

Der Clou bei OpenStack ist, wie das bei Open-Source-Projekten so üblich ist, natürlich die Offenheit. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Software nicht nur kostenfrei und Open Source, sondern eben auch beliebig durch die Community und Unterstützer erweiterbar. OpenStack stellt die Infrastruktur als Service (IaaS) zur Verfügung und eignet sich hervorragend dafür, neue Instanzen zu erstellen sowie Cloud-Anwendungen und -Komponenten auf diesen auszuführen.

Doch der Stack hat natürlich noch viele andere Qualitäten: Durch die Komponente Neutron etwa wird sichergestellt, dass die einzelnen Teile von OpenStack miteinander kommunizieren können, Horizon ist der Name des Dashboards und der einzigen graphischen Oberfläche des Stacks. Jede Komponente des Tool-Sets hat einen eigenen Namen und eine spezifische Funktion. Weitere Informationen über die einzelnen Komponenten gibt es im Project Navigator von OpenStack.

Die Architektur von OpenStack / Quelle: OpenStack

Die Architektur von OpenStack / Quelle: OpenStack

Die Plattform, die ihre Wurzeln bei Rackspace und der NASA hat, ist mittlerweile auch Namensgeber für eine eigene Foundation. Diese hat über 30.000 Mitglieder und wird von zahlreichen Unternehmen unterstützt. Zu den Platinmitgliedern der OpenStack Foundation gehören unter anderem Hewlett Packard, IBM, Intel, Red Hat und AT&T.

Ausblick

Da die OpenStack Community sich einem etwa halbjährlichen Release-Zyklus verschrieben hat, ist der Nachfolger von OpenStack Newton bereits terminlich festgelegt: Am 23. Februar soll das neue Update OpenStack Ocata erscheinen. Bereits vom 24. bis 28. Oktober findet das Ocata Release Design Summit in Barcelona statt. Dort trifft sich die Community, um das kommende Update zu besprechen und die Roadmap festzulegen.

Weitere Informationen zum aktuellen Update gibt es in der Pressemitteilung der OpenStack Foundation und auf der Projekt-Homepage. Eine vollständige Liste mit Release Notes der einzelnen Projekte kann hier gefunden werden.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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