OpenStack: Der Trend zur verringerten Komplexität

Michael Thomas
© Shutterstock/rangizzz

Seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 2010 hat sich OpenStack zu einem der wichtigsten Open Source-Cloud-Infrastruktur-Projekt gemausert. Doch die große Popularität kann auf lange Sicht nicht darüber hinweg täuschen, dass OpenStack einen bedeutenden limitierenden Faktor aufweist: Es ist äußerst komplex. Anwender müssen über eine hohe technische Expertise verfügen, um es erfolgreich einzurichten; Early Adopter verwendeten – wie bei vergleichbaren Open Source-Projekten – viel Zeit und Energie darauf, das rohe Software-Paket sozusagen in ein geschliffenes Juwel zu verwandeln.

Doch gerade kleineren Unternehmen fehlen oft sowohl diese Expertise als auch Zeit und Energie. An diesem Punkt kommen bei Open Source-Projekten in der Regel größere Unternehmen ins Spiel, die die Software bereits verwenden und deshalb in der Lage sind, entsprechende simplifizierende bzw. die Komplexität reduzierende Dienstleistungen und Produkte anzubieten.

Die Anbieter

Im Falle von OpenStack zeichnet sich ab, dass in Zukunft gleich mehrere Unternehmen diese Rolle als beratender Plug and Play-Anbieter ausfüllen wollen:

So kündigte Red Hat vor kurzem eine Software-Appliance an, die es seinen Kunden eleichtern soll, OpenStack vor dem tatsächlichen Einsatz umfassend zu testen.

HP hingegen bietet im Rahmen von HP Helion OpenStack Professional Services bereits jetzt einen großen Teil der Dienstleistungen an, die für Enterprise-Lösungen benötigt werden. Die kürzlich erfolgte Übernahme von Eucalpytus durch HP könnte man ebenfalls als Teil der Bestrebungen ansehen, eine komplette Out of the box-Lösung für OpenStack anzubieten: Eucalyptus verfügt über eine umfassende Expertise im Appliance-Design.

Last but not least veröffentlichten AMD und Canonical erst vergangene Woche eine auf dem SeaMicro SM15000 Server basierende Out of the Box-Enterprise-Lösung.

Alles in Allem: Die Beispiele machen deutlich, dass der Markt inzwischen reif ist; die Ankündigung und Veröffentlichung zusätzlicher Produkte, die die Komplexität von OpenStack noch weiter reduzieren, dürfte deshalb nur eine Frage der Zeit sein.

Aufmacherbild: Cloud computing concept with copy space von Shutterstock / Urheberrecht: rangizzz

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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