OpenOffice 3.4 erschienen: Erster Auftritt unter Apache

Hartmut Schlosser

Das erste Release der Bürosoftware OpenOffice unter dem Dach der Apache Software Foundation steht zum Download bereit. „OpenOffice.org war eine Herausforderung und wurde von einer Software mit vielen Urheberrechtsfragen zu einem Paket, das vollständig der Apache-Lizenz unterliegt“, meinte ASF President und Apache OpenOffice Mentor Jim Jagielski sinngemäß. Das neue Release mit der Version 3.4 zeige, wie erfolgreich dieses Projekt sei. Immerhin hätten Entwickler aus über 21 Unternehmen zu einer stabilen Codebasis beigetragen, die zudem noch zahlreiche Verbesserungen gegenüber den Vorgängerversionen aufweise.

Die Release Notes zeigen tatsächlich zahlreiche Änderungen, etwa eine überarbeitete ODF 1.2 Verschlüsselung, verbesserter CSV Export und ein erweiterter Formelschatz. Dennoch ist der Übergang zur Apache-Lizenz wohl der wichtigste Meilenstein der Software. Mit der neuen Lizenz öffnet sich OpenOffice.org einer kommerziellen Nutzung durch Dritte. Gut ein Jahr hat es gedauert, bis alle Fragen nach der Übergabe von Oracle an die Apache Software Foundation geklärt waren. Mit dem vorliegenden Release dürfte der Veröffentlichungszyklus von nun an allerdings deutlich beschleunigt werden können.

Apache OpenOffice.org ist derzeit noch ein sogenanntes „Incubator“-Projekt im Apache-Projektkatalog. Es handelt sich dabei um Projekte, deren Stabilität, Benutzerbasis oder Rechtsform noch nicht eindeutig geklärt ist. Allerdings ist zu erwarten, dass das Projekt nach diesem Release den Inkubator relativ schnell verlassen wird und zu einem „Top-Level“-Projekt aufsteigt, womit es dann auch ein eigenständiges Projektmanagement-Komitee erhalten wird.

Einer der nächsten Meilensteine soll die Integration von IBM Lotus Symphony sein, einem Derivat von Apache OpenOffice.org durch IBM, deren Verbesserungen nun zurückfließen sollen.

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Hartmut Schlosser
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