Java ante Smartphones

OpenJDK Mobile angekündigt: Wird Java wieder mobil?

Dominik Mohilo

Trismegist san / Shutterstock.com

Die Entwicklung von Java-Anwendungen für mobile Geräte ist in den letzten Jahren etwas eingeschlafen. Nun versucht sich Gluon an einem Revival des Java-Sektors für den Smartphone-Bereich. Aktuell liegt der Fokus insbesondere auf der iOS-Entwicklung, doch auch für Android-Enthusiasten könnte es bald wieder interessanter werden, Java zu lernen…

Wer Anwendungen für mobile Endgeräte, insbesondere Smartphones, schreibt, schaut schon länger nicht mehr nach der aktuellen Version des Java Micro Edition SDK. Attraktiver sind die Programmiersprachen Kotlin (im Android-Bereich) oder natürlich Swift (für iOS-Anwendungen). Neue Trends wie Flutter, das auf der Programmiersprache Dart basiert, oder generell Cross-Plattform-Anwendungen, die etwa in JavaScript geschrieben werden, sind interessanter.

Dennoch hat Johan Vos, Co-Founder von Gluon und LodgOn, eine Initiative gestartet, das Projekt OpenJDK Mobile zu reanimieren. Der letzte Stand der Dinge war dabei ein Repository, das auf OpenJDK 9 basiert. Problematisch ist das Ganze – gerade in Bezug auf iOS – allerdings bislang wegen der VMs (Virtual Machines) gewesen: Dynamischer Code ist auf Apple-Betriebssystemen nicht ohne weiteres auszuführen. Die Zero VM macht es möglich, ist aber in Sachen Geschwindigkeit eher fragwürdig.

GraalVM to the rescue!

Mit der GraalVM steht Entwicklern ein AOT-Compiler (ahead of time) zur Verfügung, der den Code zur Build-Zeit kompilieren kann. Der so kompilierte Code wird dann mit den entsprechenden nativen Bibliotheken für das jeweilige Betriebssystem verknüpft und ausführbare Dateien werden anschließend erstellt. Gluon hatte kürzlich erst vorgestellt, wie dies mit Java 11 und JavaFX 13 für iOS funktionieren kann.

Java auf iOS / Quelle: Gluon

Die neben der GraalVM benötigten Bibliotheken für die unterschiedlichen Betriebssysteme sollen nun Teil des „neuen“ OpenJDK Mobile werden, das auf GitHub gehostet wurde. Project Skara (wir berichteten) soll laut Vos nun dazu genutzt werden, um einen synchronisierten Fork des OpenJDKs (inklusive oben erwähnter Bibliotheken) zu erstellen.

Weitere Informationen zu OpenJDK Mobile gibt es auf der Java-Mailing-Liste mobile-dev sowie auf GitHub. Auf dem Unternehmensblog von Gluon gibt es Details zum Erstellen von Java-Anwendungen für iOS.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "OpenJDK Mobile angekündigt: Wird Java wieder mobil?"

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
Carsten
Gast

Und das wird dann alles Open Source? Wie ich Gluon kenne nutzen die 99.9% open source code in ihrer Loesung aber verlangen dann fuer die Nutzung ihres closed source Mini-Layers eine heftige Lizenz. Oder irre ich mich da?

Entwickler
Gast

Wir bezahlen die knappen $500, um die gute Arbeit an JavaFX, JavaFXPorts und dem Gluon Client Plugin für native Images zu unterstützen. Könnten aber jederzeit selbiges mit JavaFXPorts und JFoenix völlig kostenlos und Open Source realiseren. Der Thin-Layer erleichtert überwiegend die Handhabung von Views über den Drawer. Die meisten anderen Gluon Bibliotheken sind sowieso kostenlos.