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openHAB 1.4: Offenheit und Datenschutz im Fokus des Smart-Home-Projekts

Diana Kupfer

Ein neues Release der quelloffenen Heimautomatisierungsplattform openHAB (Open Home Automation Bus) steht bereit. Version 1.4 wartet mit einer Reihe neuer Integrationen für verbreitete und beliebte Technologien auf, z. B. für das Heizungssteuerungssystem ELV MAX!, Pioneer-Receiver, die preisgekrönte Heimautomatisierungslösung INSTEON oder MQTTitude (jetzt OwnTracks), eine Alternative für Googles 2013 eingestellten GPS-Dienst Latitude.

Zahlreiche bereits vorhandene Features erhielten für dieses Release einen Feinschliff, etwa die Integration mit dem Google-Kalender sowie die Bindings für Koubachi, TinkerForge oder die Protokolle HTTP und MQTT. Einen Überblick über alle neuen Bindings, Verbesserungen und Bugfixes geben die Release Notes.

Gleichzeitig mit dem Release erscheint die Webseite http://www.openHAB.org in neuem Gewand. Zusätzlich starteten die Projektentwickler den neuen Cloudservice my.openHAB. Dieser erlaube einen Remotezugriff ohne Portfreischaltungen oder DynDNS-Einträge, wie Kai Kreuzer vom openHAB-Team uns informiert. Außerdem seien damit direkte Push-Notifications in die Android-App von openHAB, HABDroid, möglich.

Mehr Nutzer, sichere Daten

Der neue, ansprechend designte Webauftritt und der Cloudservice zielen unverkennbar darauf ab, openHAB für einen größeren Kreis von Anwendern zu öffnen als bisher. Schließlich gewinnen Smart-Home-Lösungen nicht nur durch sauber implementierte Technologien Auftrieb, sondern auch durch Benutzerfreundlichkeit und Zuspruch jenseits ihrer Entwickler-Communitys. So hat das Unternehmen Nest Labs mit seinen populären Thermostaten nicht erst durch die Übernahme durch Google dazu beigetragen, das Smart Home ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Apropos: Kaum jemandem dürfte entgangen sein, dass der Zusammenschluss von Google und Nest Labs allerorts Datenschützer auf den Plan rief. Hier könnte openHAB gegenüber Nest/Google auftrumpfen – wenn es dem Projekt gelingt, gleich von Anfang an das Vertrauen seiner Nutzer zu gewinnen. In einem heute veröffentlichten Blogeintrag berichtet Kai Kreuzer, dass Datenschutz bei openHAB großgeschrieben werde. Angestrebt werde eine Infrastruktur, in der sich alle angebundenen Geräte innerhalb eines „Intranet of Things“ (Kreuzer) befinden. Gemeint ist ein privates Netzwerk, das durch eine Firewall geschützt wird. „Insgesamt wollen wir gerade nach der Nest-Übernahme durch Google openHAB als Lösung positionieren, die die Privacy des Anwenders respektiert“, so Kreuzer gegenüber JAXenter.

Vergangenen Sommer wurde ein Eclipse-Projekt namens „Eclipse Smart Home“ auf Basis von openHAB ins Leben gerufen. Die ersten Binary Builds werden demnächst freigegeben, wie Kreuzer im erwähnten Blogeintrag schreibt. Danach soll die Arbeit am zweiten Major Release von openHAB aufgenommen werden.

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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