Open Source und PaaS: Schlüsselelemente für DevOps-Anwender

Gordon Haff

©Shutterstock/Balazs Kovacs Images

DevOps-Ansätze für die Entwicklung und den Betrieb von Applikationen werden in immer mehr Unternehmen verfolgt. Deshalb können heute auch bereits konkrete Aussagen zum Thema DevOps-Einführung getroffen werden. Zentrale Erkenntnisse liefert eine aktuelle IDC-Untersuchung, in der vor allem die Bedeutung von Open Source und PaaS unterstrichen wird.

Die von Red Hat gesponsorte IDC-Studie „DevOps, Open Source and Business Agility“ [1] hat ergeben, dass 82% der befragten 220 US-amerikanischen und europäischen IT-Entscheider Open Source als kritischen, beziehungsweise bedeutsamen Enabler ihrer DevOps-Strategie betrachten. Die Open-Source-Nutzung erstreckt sich auf zahlreiche Technologien und Lösungen, einschließlich Linux-Betriebssysteme, Cloud-Infrastruktur, Platform-as-a-Service (PaaS), Provisioning und Infrastruktur-Überwachung. Open Source erhöht die Produktivität und Agilität sowohl für den IT-Betrieb als auch für die Entwicklung – auch aufgrund von Open-Source-Vorteilen, wie dem schnellen Zugriff auf Innovationen und der leichten Anpassbarkeit an unternehmensspezifische Anforderungen. Dabei bevorzugen die Unternehmen zu einem großen Teil (46%) die Nutzung von herstellerunterstützten Editionen von Open-Source-Software. Nur für 12% ist die präferierte Strategie der Software-Download von kostenfreien Open-Source-Community-Seiten.

Viele Diskussionen rund um DevOps drehen sich um den kulturellen Wandel, der für die Verbesserung der Zusammenarbeit und Steigerung der Transparenz erforderlich ist. Allerdings hat die IDC-Untersuchung vor allem auch ergeben, dass unter technologischen Gesichtspunkten Änderungen erforderlich sind.

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93% der Befragten gehen davon aus, dass neue Technologien für den DevOps-Erfolg nötig sind. 85% planen den Einsatz solcher Technologien – entweder in einer On-Premise-Infrastruktur (49%) oder in einer dedizierten Infrastruktur im Hosting oder Outsourcing (36%). Eine prominente Stellung unter den neuen Technologien nimmt das Thema Platform-as-a-Service ein. 80% gehen davon aus, dass PaaS von entscheidender Bedeutung für ihre DevOps-Initiativen ist. Als zentrale PaaS-Vorteile wurden genannt: die verbesserte Zusammenarbeit von Entwicklung und IT-Betrieb (46%), stabilere und zuverlässigere Entwicklungsumgebungen (40%), der höhere Standardisierungsgrad dieser Umgebungen (37%), die Entwicklungsgeschwindigkeit (36%) und der schnellere Zugang zu Open-Source-Community-getriebenen Innovationen (34%). In der IDC-Untersuchung heißt es:

Platform-as-a-Service integriert Cloud-Infrastruktur, Self-Service-Entwickler-Plattform und -Tools sowie Lifecycle-Management mit DevOps-Prozessen – das führt zu einer Prozessbeschleunigung sowohl für Entwickler als auch für den Betrieb.

Im Hinblick auf PaaS und DevOps wird gleichermaßen die zentrale Bedeutung primär im Wachstum und weniger hinsichtlich einer Kostensenkung gesehen. Gesteigerte Kundenzufriedenheit (49%), erhöhte Mitarbeiterproduktivität (46%) und höherer Unternehmensumsatz (45%) sind die drei Top-Antworten auf die Frage „Welchen Einfluss wird DevOps Ende 2017 auf die Gesamtperformance Ihres Business haben?“ Die Reduzierung operativer Ausgaben wurde von 44% ebenfalls erwähnt, aber sie ist nicht die Hauptmotivation.
Der hohe Einfluss von DevOps auf die Software-Releasezyklen wird von den befragten Unternehmen besonders herausgestellt. Mit DevOps werden pro Jahr durchschnittlich zehnmal mehr Releases fertiggestellt. Die Geschwindigkeit mag zwar nicht das Level von Amazon Web Services oder Facebook erreichen, aber es ist trotzdem eine gravierende Veränderung, denn die Mehrheit (63%) der Befragten veröffentlicht heute jährlich zwei oder weniger Releases. Mit DevOps-Nutzung gehen 69% der Unternehmen davon aus, dass sie in zwei Jahren neue Releases monatlich beziehungsweise quartalsweise realisieren können. Nicht zuletzt deshalb wird erwartet, dass 2017 bereits rund 30% aller Entwicklungsprojekte DevOps-basiert sind.
Die Untersuchung hat sich primär auf zentrale Technologien im Umfeld von DevOps fokussiert. Allerdings sind DevOps-Tools immer eng mit Prozessen und der Unternehmenskultur verbunden. Agile Methodiken (43%), die Implementierung eines Monitorings für Entwicklung und Betrieb (43%) und die Einführung von Self-Service-Lösungen (38%) werden dabei als die zentralen Faktoren gesehen, die Auswirkungen auf die Organisationsstruktur eines Unternehmens im Rahmen der Umsetzung einer DevOps-Strategie haben.
Insgesamt hat die IDC-Untersuchung die herausragende Rolle aufgezeigt, die Open Source im DevOps-Umfeld einnimmt. Open Source bedeutet für DevOps dabei wesentlich mehr als die reine Bereitstellung von Tools. Der Grund ist, dass sich auch in DevOps zentrale Aspekte von Open Source wie die Entwicklung von Software in enger Kooperation, die hohe Transparenz oder das Arbeiten über verteilte Teams hinweg wiederfinden. DevOps nutzt Open Source, andererseits unterstützt es aber auch den Open-Source-Weg zur Entwicklung innovativer Software.

Aufmacherbild: Abstract background von Shutterstock / Urheberrecht: Balazs Kovacs Images

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Gordon Haff
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Gordon Haff ist Senior Cloud Product Manager bei Red Hat
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