Make your project great again

Open-Source-Projekte besser machen

Melanie Feldmann

© Shutterstock / ESB Professional

GitHub hat mit einer Umfrage die Open Source Community unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse geben Hinweise, was erfolgreiche Projekte ausmacht. Die Dokumentation ist beispielsweise nicht nur für die Anwender, sondern auch für aktive und zukünftige Committer wichtig – und vor allem für die Diversität.

Dokumentation, Dokumentation, Dokumentation

Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen: Eine gute Doku ist das A und 0 eines guten Open-Source-Projekts. Aber nicht nur der Project Owner und der engste Kern an Committern ist hier gefragt. Jeder Nutzer kann Projekte verbessern, indem er die Dokumentation mit einem Pull Request ausbaut. Bisher helfen nur rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer bei der Doku mit. Da viele Entwickler Open Source in ihrer täglichen Arbeit einsetzen, sind klare Lizenzbedingungen ein Muss in der Dokumentation. Eine Open-Source-Lizenz ist für 64 Prozent der Teilnehmer ein wichtiges Entscheidungskriterium, sowohl für den Einsatz des Projektes als auch für die Partizipation. Eine gute Dokumentation nicht nur vom Code, sondern auch von Richtlinien und ein Code of Conduct helfen dabei unterrepräsentierte Gruppen, beispielsweise Frauen, zum Mitmachen zu bewegen.

Einen höflichen Umgangston setzen

Im Internet schlagen Diskussionen schnell in einen negativen Ton um. Auch die Open Source Community ist davor nicht gefeit. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer haben bereits negative Erfahrungen im direkten Umgang mit einem anderen Nutzer gemacht. Das klingt nach nicht viel. Aber 50 Prozent haben eine solche aus den Fugen geratene Diskussionen mitbekommen. Auch wenn man nicht direkt betroffen ist, wirft negatives Verhalten einzelner ein schlechtes Licht auf das gesamte Projekt. 21 Prozent der Nutzer, die negatives Verhalten beobachtet haben, hörten auf das Projekt zu unterstützen. Project Owner und Nutzer sollten deswegen negatives Verhalten höflich aber bestimmt und öffentlich ansprechen und dabei deutlich machen, dass derartiges nicht geduldet wird.

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Sicherheit, Stabilität und User Experience sind wichtig

Eine der Hauptgründe warum Nutzer auf Open Source setzen ist, weil die meisten glauben, dass Open-Source-Software sicherer als proprietäre Software sei. Um genau zu sein, glauben das 58 Prozent der Teilnehmer. Für 86 Prozent ist Security dementsprechend sehr wichtig. Für Open-Source-Projekte heißt das, dass Committer und Maintainer die Security immer im Blick haben sollten und mit zusätzlichen Features und Aufmerksamkeit punkten können. Auch Stabilität und die User Experience ist den Anwendern wichtig. 88 Prozent respektive 75 Prozent sind diese beiden Punkte extrem oder sehr wichtig. Hier führt Open-Source-Software jedoch nicht mehr so stark in der Wahrnehmung vor proprietärer Software. Nur 36 Prozent sagen, dass die User Experience besser ist. 30 Prozent, dass die Software stabiler sei. Auch hier können Open-Source-Projekte bei Nutzern gewinnen, wenn sie besonderes Augenmerk auf beide Aspekte legen.

Die Daten zur GitHub-Studie stehen unter eine CC0-1.0-Lizenz öffentlich zur Verfügung. 5.500 Personen von 3.800 Open-Source-Projekten auf GitHub nahmen an der Umfrage teil, zusätzlich kamen 500 Teilnehmer von anderen Open Source Communitys.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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