Red Hat spendet Analyse-Tool

Der Gesundheitszustand eines Open-Source-Projekts

Carina Schipper

© Shutterstock/pedrosala

Red Hat hat zusammen mit weiteren Partnern einen Gesundheitscheck für Open-Source-Projekte vorgestellt: das Projekt CHAOSS. Das ist die Abkürzung für Community Health Analytics Open Source Software. Dahinter verbergen sich neue Open-Source-Tools, die es einfach machen, Trends innerhalb von Open-Source-Projekten zu sammeln und auszuwerten.

Für Red Hat sei dieses Engagement etwas Neues, berichtet Rob Tiller, Vice President and Assistant General Counsel, bei Red Hat. Als Open-Source-Unternehmen habe Red Hat seit jeher ein starkes Interesse an der Schaffung und Gesundheit von Open-Source-Projekten. Die Vielzahl der lebendigen Projekte machten es zu einer Herausforderung, mit ihnen Schritt zu halten. „Wir hielten es für hilfreich, ein Tool zur automatisierten Erfassung und kontinuierlichen Verfolgung einer Vielzahl von Projektmetriken zur Verfügung zu haben. Im Jahr 2012 haben wir mit dem Bau eines solchen Werkzeugs begonnen“, so Tiller.

In Gedenken an den Goldrausch des 19. Jahrhunderts

Als das Tool Gestalt annahm, entschied sich Red Hat, es Prospector zu nennen. Dabei erinnerten sich die Entwickler an die Tage der Goldsuche und berücksichtigten die Entdeckung eines neuen Wertes in der Welt von Open Source. Heute liefert Prospector eine automatisierte und kontinuierliche Datensammlung aus öffentlichen Quellen über den Betrieb von Open Source Projekten. Zusätzlich lassen sich mit dem Tool detaillierte Analysen der Projekte durchführen und Daten aus verschiedenen Projekten vergleichen. „Mit Prospector haben wir uns zum Ziel gesetzt, ein Tool zu entwickeln, das alle relevanten Informationen zu einem Projekt enthält – seine Website, Code Repository, Bug Repository, Mailinglisten, IRC-Channels, CVE-Berichte, Eventblogs und vieles mehr“, erklärt Harish Pillay, Head of Community Architecture and Leadership bei Rat Hat.

Red Hat wollte Metriken, die auf öffentlich zugänglichen Datenquellen ohne Paywalls, ohne Anmeldeinformationen (außer generischen Logins) oder Throttling-Trigger basieren. Wo Drosselung auftrat, musste ein manueller, frei verfügbarer Mechanismus zur Verfügung stehen, um zu den Informationen zu gelangen. Die Version 1 von Prospector wurde mit Django, Python, JavaScript und Postgres erstellt und auf Red Hat OpenShift, der Container-Anwendungsplattform, gehostet. 2013 schaltete Red Hat die Version 1 intern live. Seitdem hat das Unternehmen Prospector und seine Datenquellen kontinuierlich weiterentwickelt und Stimmungsanalysen mithilfe von Tools wie JamIQ und Google Trends hinzugefügt.

Das Engagement lässt nicht nach

„Nachdem Prospector in Betrieb war, haben wir verschiedene Möglichkeiten des Open-Sourcing erforscht und in der Linux Foundation und Bitergia erfahrene und kompetente Partner gefunden. Für die Lizenzierung haben wir uns auf die führende moderne Copyleft-Lizenz GPLv3 geeinigt“, berichtet Tiller. Weitere Gruppen und Akademiker stiegen in die CHAOSS-Initiative ein. Dazu zählen beispielsweise die Eclipse Foundation, Mozilla oder OpenStack. Darüber hinaus haben führende Forscher  sich verpflichtet, einen Satz von Referenzmetriken für das Verständnis von Communities zu entwickeln. Schließlich haben sich alle Beteiligten eine gemeinsame Charta aufgesetzt und einen Verwaltungsrat gebildet. Laut Red Hat sei die Ankündigung des CHAOSS-Projekts und das Open-Sourcing von Prospector allerdings nur ein Anfang. Open-Source-Projekte gediehen nicht ohne kontinuierliches Engagement und Kreativität.

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Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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