Open Source: Muss nur noch schnell die Welt retten…

André Mengel

Open-Source-Projekte sind eigentlich nichts Neues. Schon lange vor der Comupter-Ära hat sich das Teilen technologischer Informationen zu einem festen Bestandteil von Kulturen auf der ganzen Welt entwickelt – beispielsweise in Form von Kochrezepten. Im Kontext der Informationstechnologie gilt das 1983 von Richard Stallman gegründete Gnu-Projekt als wegweisend in der modernen Adoption des Open-Source-Gedankens.

Den Open-Source-Weg zurück von der IT hin zu allgemeinen technischen Prozessen gehen nun die Mitglieder des Open-Source-Ecology-Projekts: Dem Grassroot-Gedanken der freien Verteilung von Tools und Informationen folgend, entsteht in dem Projekt eine Community, die sich mit der Entwicklung von Landmaschinen und Werkzeugen befasst. Und wie sollte es anders sein: Alle Informationen werden frei unter der GNU Free Documentation License zur Verfügung gestellt.

Open-Source-Ecology Gründer Marcin Jakubowski berichtet, er habe im Anschluss seiner Promotion eine Farm gegründet. Die hohen Wartungskosten, die mit der Zeit aufkamen, zeigten ihm die Wichtigkeit kostengünstiger und freizugänglicher Ressourcen, um seinen Betrieb erfolgreich zu führen. Notwendig seien robuste, effiziente und optimierte Land-Werkzeuge von lokalen Händlern, die zugleich ohne hohe Kosten und mit einfachen Mitteln gebaut werden können.

Da Jakubowski schnell merkte, dass er diesen Gedanken selbst in die Tat umsetzen musste, fing er umgehend damit an, Schaubilder und How-To-Videos im Internet zu veröffentlichen, in denen beschrieben wird, wie man mit einfachen Hausmitteln die einzelnen Bauelemente für das sogenannte ‚Global Village Construction Set‘ herstellen kann. Kurz darauf folgten Gleichgesinnte aus der ganzen Welt und veröffentlichten Prototypen neuer Maschinen. Somit war das Open-Source-Ecology-Projekt geboren. Mittlerweile stellt die Do-It-Yourself Plattform 50 Baupläne für industrielle Maschinen bereit.

Global Village Construction Set in 2 Minutes from Open Source Ecology on Vimeo.

Zurzeit befinden sich acht dieser 50 Prototypen im Test. Dazu gehören ein Bulldozer,
eine Bodenfräse, ein Mikrotraktor, ein Bagger, ein Universal Rotor, eine Standbohrmaschine, eine Multifunktionsmaschine zur Stahlbearbeitung und ein CNC-Brenntisch für Präzisionszuschnitte von Blattmetall.

Wie man sieht, funktioniert Open Source nicht nur bei Software. Mit einfachen Mitteln, die ohne viel Geld zu haben sind, entsteht nach und nach etwas ganz Großes, das, in diesem Fall, vielen Farmern das Leben vereinfacht. Das Open-Source-Ecology-Projekt zeigt, dass echte Praktiker mit Freunde ihr Wissen an die Community weitergeben und dabei viel Geld sparen.

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André Mengel
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