Open Source auf dem Vormarsch: Steigende Bedeutung in Unternehmen

Hartmut Schlosser

Sonatype, das Unternehmen, das den meisten Java-Entwicklern als Brutstätte des Build-Tools Maven bekannt sein dürfte, hat die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Unfrage veröffentlicht. Der Open Source Software Developement Survey repräsentiert 2,550 Teilnehmer – über die Hälfte davon Software-Entwickler, 22 Prozent Software-Architekten -, und soll Trends bei der Nutzung von quelloffenen Software-Komponenten sichtbar machen.

52 Prozent der Teilnehmer gaben an, Open-Source-Standard-Tools als Teil der eigenen Entwicklungs-Infrastruktur einzusetzen. In der Survey-Auflage des letzten Jahres waren dies noch 49 Prozent. Weitere 27 % konstatieren, dass Open Source Software zwar nicht zum offiziellen Standard gehört, dennoch aber häufig in Gebrauch ist. Nur 11 % (2011 waren es noch 17%) sehen FOSS nicht weit verbreitet.

Schön ist, dass der Anteil derjenigen, die Open-Source-Komponenten nicht nur passiv konsumieren, sondern selbst dazu beitragen, mit zwei Drittel der Teilnehmer hoch ausfällt. 45 Prozent committen direkt an ein OS-Projekt, 12 % über eine Drittpartei-Komponente. Eine sympathische Renitenz zeigen 9 Prozent, die ihr Open-Source-Engagement trotz einer ausdrücklichen Verbots-Policy des Unternehmens weiterführen.

Dass bei einer Sonatype-Umfrage die Maven-Central als wichtigste Quelle identifiziert wird, um Software-Komponenten zu finden, ist zwar nicht weiter verwunderlich. Die weitere Reihenfolge ist aber doch interessant: 51% suchen auf Projektseiten, 43% bei JBoss, 39 Prozent bei Atlassian und 27 Prozent bei GitHub.

Am interessantesten ist vielleicht die folgende Feststellung: Trotz der weiten Verbreitung von Open Source Software gibt es in der Hälfte der Unternehmen keine wirklichen Richtlinien zur Nutzung derselben. Nur 20 % dürfen nur das benutzen, was von der Unternehmensleitung abgesegnet wurde. Da es im letzten Jahr indes nur 13 Prozent waren, zieht man bei Sonatype den Schluss, dass die Nutzung von Open-Source-Tools stärker reglementiert wird. Lustig ist die Frage danach, ob die Beschränkungen der Open-Source-Nutzung durch die Unternehmensführung auf Entwickler-Gegenliebe fällt. Natürlich nicht:

  • Es verlangsamt die Entwicklung
  • Probleme werden zu spät erkannt
  • Es ist unklar, was von uns erwartet wird

Während man die absoluten Zahlen der Umfrage nicht allzu ernst nehmen sollte, darf man sie doch als Indiz für die steigende Bedeutung von Open Source Software in professionellen Umfeldern deuten. Gleichzeitig wird klar, dass die Möglichkeiten – aber auch die Risiken – durch Open Source von der Unternehmensleitung nicht immer ernst genommen werden.

Hier die Präsentation der Ergebnisse – im wie immer hübsch anzusehenden Prezi-Style:

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Hartmut Schlosser
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