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Standards für die Containerwelt

Wider die Fragmentierung: Docker & CoreOS starten Open Container Project

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Oleksiy Mark

Im Rahmen der DockerCon 2015 in San Francisco gab Docker-Erfinder Solomon Hykes bekannt, dass sich zahlreiche große Technologieunternehmen unter dem Dach des neuen Open Container Project (OCP) zusammengeschlossen haben. Ziel der Initiative ist es, gemeinsame Standards für Software-Container (Runtime, Imageformat) zu erarbeiten, um der Fragmentierung der Containerwelt entgegenzuwirken.

Wie der offiziellen Ankündigung zu entnehmen ist, soll die Basis des OCP von Dockers „de facto-Standardtechnologien“ gebildet werden, namentlich dessen Code für Imageformat und Container-Runtime (von nun an als runC bekannt) nebst der entsprechenden Spezifikationen. CoreOS, ebenfalls Gründungsmitglied der Intitiative, geht davon aus, dass die Kernkonzepte seiner App Container-Spezifikation (appc) ebenfalls eine große Rolle bei der Weiterentwicklung des OCP spielen werden.

An open, well-defined specification is required for the overall success and adoption of containers. Today we join forces with Docker and other industry giants in an effort to unify this goal. – Alex Polvi (Gründer und CEO von CoreOS)

Die Entwicklung der Ende 2014 von CoreOS angekündigten Container-Runtime rkt soll derweil unabhängig vom OCP weitergeführt werden.

Mächtige Partner

Neben Docker und CoreOS liest sich die Liste der Gründungsmitglieder wie das „Who is Who“ der Big Player der Containerwelt: Neben Amazon Web Services reihen sich Apcera, Cisco, EMC, Fujitsu Limited, Goldman Sachs, Google, HP, Huawei, IBM, Intel, Joyent, Linux Foundation, Mesosphere, Microsoft, Pivotal, Rancher Labs, Red Hat, und Vmware in den Reigen der Unterstützer ein.

Das Open Container Project soll dabei vollkommen unabhängig von den Sponsoren bleiben und als offen geführtes Non-Profit-Projekt unter Federführung der Linux Foundation vorangetrieben werden. Endziel der Arbeit ist eine einheitliche Spezifikation für ein Standard-Containerformat. Das noch zu schaffende OCP-Imageformat soll sowohl mit dem Docker-Imageformat als auch mit appc abwärtskompatibel sein. Auch eine größtmögliche Kompatibilität mit anderen Container-Projekten soll Teil der Bestrebungen sein.

Folgt man dem Ankündigungs-Post von Ben Golub auf dem Docker-Blog, spiegeln Arbeit und Ziele des OCP die drei Kernprinzipien von Docker wieder: Erstens werde durch eine einfache und durchdachte Runtime, die mit einem gut dokumentierten Standardformat umgehen kann, die Erstellung einfachen, klaren, modularen, erweiterbaren und leicht wartbaren Codes gefördert. Zweitens könne sich das Container-Ökosystem durch Standardisierung statt auf einen unnötigen „Krieg der Standards“ auf die wirklich wichtigen Dinge, nämlich sinnvolle Innovationen, konzentrieren. Drittens sei es einfach die richtige Entscheidung für die Nutzer: Diese könnten sich in Zukunft nach Lust und Laune an unterschiedlichsten Projekten beteiligen, ohne sich Sorgen darüber machen zu müssen, sich aufgrund der von ihnen gewählten Infrastruktur oder den gewählten Tools an einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmte Technologie zu ketten. Oder, wie es die im Blogpost genannte Analogie ausdrückt: Warum sollte man sich Gedanken über die Spurbreite eines Zuges machen, wenn man stattdessen Gleise verlegen und die bestmöglichen Antriebe bauen könnte?

Aufmacherbild: Stacked cargo containers in storage area of freight sea port terminal von Shutterstock.com / Urheberrecht: Oleksiy Mark

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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