Onlinesysteme: Es muss nicht im Browser sein

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Der Smart-Client-Ansatz ist unabhängig von einer konkreten technischen Basis oder einer Programmiersprache. So lassen sich Smart-Client-Anwendungen beispielsweise auf .NET-Basis oder auch mit Java realisieren. Sicherlich ist es aber sinnvoll, eine auf diese allgemeinen Entwicklungs- und Laufzeitumgebungen aufsetzende Anwendungsplattform zu nutzen, die eine durchgehende technische Infrastruktur für den zu realisierenden Smart Client und den zugehörigen Server zur Verfügung stellt. Ein Beispiel für eine solche Smart-Client-Plattform ist die Open-Source-Plattform Eclipse Riena. Diese bietet mit ihrer Unterstützung für verteilte Client/Serveranwendungen mit benutzungsfreundlichen Frontends eine tragfähige Anwendungsplattform für die Entwicklung von Smart Clients auf Basis von Java und der etablierten Eclipse Rich Client Platform (RCP).

Die Fortschritte im Bereich der Browsertechnologie, z.B. die Bestrebungen mit AJAX, interaktivere und damit benutzungsfreundlichere Clients zu erstellen, sind zweifellos bemerkenswert. Dennoch basieren diese Onlineanwendungen weiterhin auf HTML und JavaScript und können die Beschränkungen des Browsers nicht völlig aufheben.

Der Smart-Client-Ansatz stellt einen komplett anderen Ansatz dar: Sein Ziel ist es nicht, die Nachteile einer Browseranwendung „erträglicher“ zu machen, sondern sich komplett vom Browser und seinen Restriktionen zu lösen.

Das heißt für den Anwender, dass er mit dem Smart Client den Benutzungskomfort und Funktionsumfang einer Fat-Client-Anwendung mit der Programm- und Datenaktualität einer Onlineanwendung bekommt.

Aus Sicht der IT-Abteilung ermöglicht der Smart Client die Nutzung der Vorteile einer Onlinelösung bezüglich zentraler Datenhaltung, durchgängige Geschäftsprozessunterstützung und Senkung der Betriebskosten, ohne jedoch Abstriche hinsichtlich Sicherheit, Benutzungskomfort oder Funktionsumfang machen zu müssen.

Einsatgebiete von Smart-Client-Lösungen

Sicherlich ist der Smart Client keine eierlegende Wollmilchsau. Im B2C-Umfeld, oder noch allgemeiner, überall dort, wo Benutzer eine Anwendung nur selten nutzen, sind browserbasierende Onlineapplikationen, die ohne Installation auskommen, die ideale Lösung.

Aber überall dort, wo Anwender täglich komplexe Geschäftsabläufe über ihr IT-System abwickeln – sowohl im Unternehmen und vor allem von unterwegs über eine Mobilfunkverbindung – stellen Onlineapplikationen, die auf dem Smart-Client-Ansatz basieren, die bessere Alternative dar.

Dass eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für eine Browser- oder Smart-Client-basierte Anwendung die jeweilige Anwendungsgruppe und ihr Nutzungsverhalten sind, zeigt sich besonders deutlich am Beispiel des Finanzdienstleistungssektors. Als Frontend für Endkunden gibt es hier zurzeit keine Alternative zum Browser. Für die Unterstützung des eigenen Innen- und Außendienstes setzen sich allerdings immer stärker Smart-Client-Lösungen durch. Dieser ermöglicht es, für diese Power-User eine Anwendung mit sehr hohem Benutzungskomfort und bestmöglicher Performance trotz Onlinezugriff auf die zentralen Daten und Programmkomponenten zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren stellt er durch seine Browserunabhängigkeit nicht nur die hohen Security-Anforderungen sicher, sondern ermöglicht mit seiner Offlineunterstützung auch das mobile Arbeiten in Gebieten ohne Netzabdeckung.

Für die Anwender bedeutet dies, dass sie sich zu 100 Prozent auf ihre Anwendung verlassen können. Darüber hinaus werden sie aber auch optimal bei der Durchführung ihrer täglichen Arbeitsprozesse unterstützt, z.B. durch die lokale Plausibilisierung und Validierung, das parallele Bearbeiten mehrerer Geschäftsprozesse und die nahtlose Integration von vorhandenen Office-Paketen.

Es geht bei der Frage „Browser oder Smart Client“ also nicht darum, welcher der beiden Ansätze der Bessere ist, sondern darum, welcher der Ansätze für den konkreten Anwendungsfall und die jeweilige Zielgruppe der am besten geeignete.

Stärken der Smart-Client-Lösung:

  • Hoher Benutzerkomfort
  • Keine Restriktionen bei Frontend-Möglichkeiten
  • Onlinefähigkeit und Offlineunterstützung
  • Bestmögliche Performance und Skalierbarkeit
  • Einheitliche Entwicklungsumgebung Client & Server
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