Vier native OLE DB-Provider im Vergleich

OLE DB für InterBase

Karsten Strobel

Auch in der IT-Branche ist es derzeit nicht ganz ungewöhnlich, dass sich auf eine zu besetzende Stelle vier Bewerber mit angeblich identischer Qualifikation melden. Wenn die eingereichten Unterlagen auf den ersten Blick vergleichbar erscheinen, die Spanne zwischen der niedrigsten und der höchsten Gehaltsvorstellung mehrere hundert Prozent beträgt und einer sogar zusagt, den Dienst ganz ohne Bezahlung anzutreten, ist die Wahl ganz einfach. Oder vielleicht doch nicht?

Microsofts OLE DB-Architektur und der dazu passende Überbau ADO werden im Allgemeinen als Nachfolgetechnologie der inzwischen etwas angegrauten ODBC-Treiber betrachtet. Sie sind ein Kernstück der Universal Data Access Strategie (UDA) des Windows-Monopolisten, wurden maßgeblich durch die Einführung beim Microsofts SQL Server gefördert und werden inzwischen auch von etlichen anderen Datenbankherstellern unterstützt. Bei ODBC spricht man von Treibern, bei OLE DB bezeichnet man die Funktion einer DLL, die den Zugriff zu einer speziellen Datenbank ermöglicht, als Provider. Gemeint ist eigentlich das gleiche, doch bekanntlich ist eine neue Technologie in Marketingkreisen undenkbar, führt man nicht gleichzeitig ein ganzes Kompendium neuer Begriffe und Abkürzungen ein.OLE DB hat sich inzwischen erheblich verbreitet und wird nicht nur von Microsofts Programmiersprachen, sondern immer mehr auch von Anwendungssoftware, Serverprodukten und Scriptsprachen als produktneutrale Middleware zum Zugriff auf relationale und dateibasierte Datenbanken verwendet. Auch Borlands Delphi und C++ Builder unterstützen ADO und damit den Weg über OLE DB zur Datenbank. Für das hauseigene InterBase gibt es von Borland allerdings keinen eigenen OLE DB-Provider. Zwar kann man mit Microsofts OLE DB-Provider für ODBC-Treiber den von Borland vertriebenen InterBase-ODBC-Treiber einbinden, muss dabei aber einige unschöne Einschränkungen in Kauf nehmen.Als Purist wünscht man sich natürlich einen nativen, funktionsreichen und vor allem stabilen Provider für InterBase. Bei meiner Suche im Internet habe ich immerhin vier verschiedene Angebote dieser Art gefunden, die ich angetestet habe und hier vorstellen möchte. Bezugsadressen und Preise finden Sie im Kasten OLE DB-Provider. Die Präsentation der vier Produkte im Web rangiert von professionell bis hobbyistisch. Zwei der Anbieter verzichten leider ganz darauf, ein ordentliches Impressum in ihre Webseiten aufzunehmen, weswegen ich nähere Angaben über Autoren bzw. Hersteller ausgelassen habe. Die Spanne der Lizenzkosten reicht von Free- über Shareware-Niveau bis zu jährlichen Laufzeitlizenzen mit ausgewachsenen Preisen.

Abb.3: Speicherkonsum eines Client-Cursors (rt = IBProvider, sw = zstyle, gr = IbOleDb, bl = SIBProvider)
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Karsten Strobel
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