Moving Motivators

Ohne Motivation keine Produktivität: Wie Sie technische Teams spielerisch motivieren

Jan Weddehage

© Shutterstock / Marie Maerz

Das Scheitern ambitionierter Projekte ist oftmals auf die mangelende Motivation technischer Teams zurückzuführen. Ohne motivierte Mitglieder ist eine Unternehmung nur selten dauerhaft erfolgreich. Aber was sind die richtigen Anreize, damit die Produktivität nicht zum Stillstand kommt? Die Antwort auf die Frage ist spielerisch einfach!

Was ist der wichtigste Faktor für den Erfolg technischer Projekte? Eine Frage, deren richtige Beantwortung nicht nur bedeutend bei großen Unternehmungen ist, sondern auch das alltägliche Geschäft sowie das Arbeiten an Nebenprojekten beeinflusst. Sind es die Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder, die den entscheidenden Unterschied machen? Oder liegt es an der zugrunde liegenden Idee? Und welche Rolle spielt eine gute Architektur?

Alles Punkte, die zum Erfolg eines Projekts beitragen können. Aber wie Suvroc in seinem Artikel „Technical Team Motivation“ behauptet, sind sie nichts wert, solange ein Faktor nicht vorhanden ist: die richtige Motivation. Ohne sie ist es zwar möglich, ein gutes Team zusammenzustellen und technische Ideen zu erarbeiten. Ob die Vorstellungen dann von ihnen praktisch umgesetzt werden, ist jedoch fraglich.

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Ohne Motivation keine Produktivität

Ohne die richtige Motivation ist ein Team nur selten so produktiv, wie es eigentlich sein kann. Unmotivierte Mitglieder können sogar eine Gefahr für den erfolgreichen Abschluss eines Projekts darstellen. Bei kommerziellen Projekten sind meistens unterschiedliche Motivationsphasen zu beobachten. Zu Beginn ist die Motivation bei den Beteiligten hoch, da Vorschläge und Veränderungen noch direkte Auswirkungen auf die gesamte Lösungsstrategie haben.

Dieses Gefühl nimmt aber im Laufe der Zeit erheblich ab. Die Probleme werden komplexer und die direkten Erfolge geringer. Das wirkt sich negativ auf die Motivation der Einzelnen aus und kann schlimmstenfalls sogar dazu führen, dass einflussreiche Teammitglieder Projekte in entscheidenden Entwicklungsphasen verlassen.

Das gleiche Verhalten lässt sich ebenfalls bei Arbeiten an Nebenprojekten beobachten. Und auch Startups sind nicht vor dieser Gefahr geschützt, sondern sogar stärker von ihr betroffen, da ebenfalls finanzielle Anreize als Motivationsgrundlage wegfallen. Insbesondere in diesen Bereichen ist es also wichtig, die Motivation der Teammitglieder hochzuhalten. Aber wie ist das am besten zu bewerkstelligen?

Die Motivation spielerisch steigern

Der Schlüssel eines erfolgreichen Motivationsmanagements liegt darin, zu identifizieren, was die Beteiligten überhaupt motiviert. Hierfür sind aber keine langwierigen Befragungen oder kostspielige Hilfen von außen notwendig. Die Antwort auf diese Frage kann vielmehr spielerisch ermittel werden.

Möglich macht das die Übung „Moving Motivators“, die von Jurgen Appello erfunden wurde. Sie wird mithilfe von zehn Spielkarten, die jeweils einen intrinsischen Motivator von Menschen in Organisationen repräsentieren, durchgeführt. Das gesamte Set kann in deutscher Sprache als PDF hier heruntergeladen werden:

  • Anerkennung: Die Menschen um mich herum schätzen was ich tue und wer ich bin.
  • Wissbegierde: Ich möchte viele Dinge untersuchen, lernen und ausprobieren.
  • Freiheit: Bezüglich meiner Arbeit und Verantwortung bin ich unabhängig von Anderen.
  • Status: Meine Position ist gut und von Menschen, die mit mir arbeiten anerkannt.
  • Sinnerfüllung: Mein Lebenssinn spiegelt sich auch in meiner Arbeit wider.
  • Ehre: Meine persönlichen Werte spiegeln sich in meinem Arbeitsumfeld wider und das fördert meine Loyalität.
  • Perfektionierung: Meine Arbeit fördert und fordert meine Kompetenzen, übersteigt aber meine Fähigkeiten nicht.
  • Ordnung: Es gibt ausreichend Regeln und Vereinbarungen für eine stabile Umgebung.
  • Einfluss: Es gibt genug Möglichkeiten für mich auf das Einfluss zu nehmen, was um mich herum passiert.
  • Verbundenheit: Ich habe gute soziale Kontakte zu den Menschen in meinem Arbeitsumfeld.

Die Motivation technischer Teams ermitteln

Suvroc hat für seine Zwecke die Regeln des Spiels, die auf der offiziellen Seite erklärt werden, leicht abgeändert. Die Übung, die insgesamt drei Schritte umfasst, sollte ihm zufolge mit jedem Teammitglied einzeln durchgeführt werden –  das Spiel macht aber ebenfalls in (Scrum-)Teams Sinn:

moving-motivators-playing

Moving Motivators, Quelle: management30.com

  1. Welche Motivatoren sind wichtig? Um dies zu ermitteln, werden die Karten nach eigener Präferenz von links (wichtig) nach rechts (weniger wichtig) angeordnet.
  2. Welche Motivatoren werden im aktuellen Projekt erfüllt? Ist die Antwort positiv, wird die betroffene Karte nach oben geschoben. Fällt die Antwort negativ aus, wird die Karte nach unten gezogen.
  3. Was kann getan werden, damit alle Karten nach oben zeigen? An dieser Stelle wird die persönliche Meinung eingeholt.

Fazit

Diese sehr einfache Methode macht es auf spielerische Art und Weise möglich, einen umfassenden Blick in die Motivationsstruktur von technischen Teams zu gewinnen. Nicht nur werden so Zeit und Ressourcen geschont, sondern sogar Verbesserungsvorschläge eingeholt. Ein Spiel, auf das man sich einlassen sollte.

Aufmacherbild: I can self motivation via Shutterstock / Urheberrecht: Marie Maerz

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Geschrieben von
Jan Weddehage
Jan Weddehage
Jan Weddehage studiert an der Goethe Universität Frankfurt am Main und arbeitet seit März 2015 als Werkstudent bei Software & Support. Kontakt: jan[at]janweddehage.de
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