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Interview mit Roland Huß auf der DevOpsCon 2016 in München

„Ohne Kultur funktioniert in Sachen DevOps gar nichts“

Redaktion JAXenter

Docker ist und bleibt eine feste Größe in Sachen Container-Technologie. Doch wer glaubt, dass man unbedingt Docker nutzen muss, um Docker Images zu basteln irrt. Wir haben uns mit Roland Huß, Softwareentickler bei Red Hat, über Alternativen zum klassischen System gesprochen. Im Interview beleuchtete er zudem, welche Schlüssel zum Erfolg von DevOps führen und wie es bei Red Hat um DevOps bestellt ist.

devopscon2017logoTreffen Sie Roland Huß auf der DevOpsCon 2017 in Berlin:

  • Docker Container Loading
     
    “Docker build” mit reinen Dockerfiles ist aktuell der standardmäßige und empfohlene Ansatz für die Erstellung von Docker Images. Aber ist dies auch der beste Weg, unabhängig von den jeweiligen Use Cases? In dieser Session präsentiert Roland Huß alternative und kreative Wege, um Docker Images zu produzieren.

 
JAXenter: Roland, du bist Softwareentwickler bei Red Hat und hast auf der DevOpsCon deine Session zum Thema „Kreative Wege, Docker Images zu builden“ gehalten. Welche Möglichkeiten gibt es da?

Roland Huß: Erst einmal gibt es da die klassische Möglichkeit, nämlich mit Dockerfile. Das ist auch eine ganz gute Lösung und der Standardweg, das zu machen. Aber es gibt für gewisse Anwendungsmöglichkeiten auch Einschränkungen, wie man tatsächlich gut Docker Images bauen kann. In meinem Vortrag habe ich zehn verschiedene Ansätze dargestellt. Ganz spannend fand ich etwa die Möglichkeit, Docker Images mit Templates zu bauen. Wenn man sehr viele ähnliche Images bauen möchte, dann lohnt es sich auf jeden Fall, sich den Template-Ansatz einmal anzuschauen. Auch ganz cool war die Sache mit Ansible, bei der man Images nicht mit einem Dockerfile baut. Stattdessen werden sie mit Ansible professioniert, also mit Scripts, die man schon hat und dann kann man daraus Images bauen. Das sind in etwa die Dinge die ich dieses Mal gezeigt habe.

JAXenter: Du nimmst auch an unserem Experten-Panel zur Zukunft der Container-Technologie teil. Was hat die Zukunft der Container-Technologie deiner Meinung nach noch in petto?

Roland Huß: Ich finde es gibt da derzeit eigentlich zwei sehr spannende Entwicklungen. Eine ist natürlich immer noch die Standardisierung des Container-Formats. Damit ist die Frage gemeint, ob es den großen Playern wie Docker und Google gelingen wird, sich auf ein Container-Format zu einigen? Das ist nämlich das, was für mich einen Container ausmacht: Es ist ein Standard, über den sich alle austauschen können. Bei diesem kann dann im Prinzip auch sichergestellt werden, dass die Dinge auch auf anderen Systemen laufen als auf denen, auf denen man sie gebaut hat.

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Da gibt es noch einiges zu tun, weil es natürlich sehr viele Befindlichkeiten gibt. Für Anwender wird es spannend werden, wenn ein Standard entsteht, auf den man sich dann auch verlassen kann. Dies ist eine der Entwicklungen. Die andere Sache ist natürlich Orchestrierung. Also quasi, wie man Container auf verschiedenen Plattformen orchestrieren und über mehrere Knoten hinaus verteilen kann. Da gibt es auch verschiedene Ansätze, wir kennen ja Docker Swarm mode, Kubernetes und Mesos. Wer da letztendlich das Rennen machen wird, das wird noch eine spannende Geschichte.

JAXenter: Hier auf der DevOpsCon ist natürlich auch immer die Kultur im Fokus. Welche kulturellen Werte gehören denn deiner Meinung nach zu einer erfolgreichen Umsetzung von DevOps?

Roland Huß: Die Kultur ist super wichtig. Besonders wichtig ist dabei die Kommunikationsstruktur, also dass Leute offen miteinander reden, man Respekt voreinander hat und auch gemeinsam zusammenarbeitet. Also diese Barrieren, die normalerweise durch Abteilungen aufgebaut werden, abbauen und dafür sorgen, dass man das entsprechende Vertrauen zueinander hat. Wichtig ist auch, dass man nicht den Anderen oder sich selbst abgrenzt und sein eigenes Wissen für sich behält, sondern auch offen auf andere zugeht und letztendlich diese Art von gemeinsamer Kultur pflegt. Das ist glaube ich eines der Kernelemente von DevOps.

JAXenter: Ist Kultur für dich der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung von DevOps?

Roland Huß: Es ist definitiv die Basis. Ohne Kultur funktioniert gar nichts. Wenn Leute nicht mehr miteinander reden, dann wird auch nichts funktionieren, aber natürlich sind da auch andere Aspekte wie aktuell z.B. Automatisierung. Das ist ein sehr großer, wichtiger Aspekt, der die ganze DevOps-Bewegung ausmacht, weil dadurch die ganze Zusammenarbeit leichter wird. Je mehr automatisiert wird, desto leichter wird die Zusammenarbeit. Natürlich muss es auch die entsprechenden Plattformen geben, die das erlauben, das heißt: Worauf kann ich am Schluss meine Applikation betreiben? Je mehr durch die Technik abgedeckt werden kann, umso weniger Stress habe ich auf anderer Ebene.

JAXenter: Und zum Schluss ist natürlich für unsere Leser interessant: Wie läuft es denn bei Red Hat mit dem DevOps-Gedanken?

Roland Huß: Wir haben eine ganze Menge an Tools, mit denen man Sachen automatisieren kann, zum Beispiel Ansible. Auch im eigenen Produktportfolio haben wir solche Tools, etwa die Plattform OpenShift, das wir selbst entwickeln und auf der man Sachen betreiben kann. Als Open-Source-Firma sind wir natürlich eine sehr heterogene Gruppe, also sehr viele Teams, die zusammenarbeiten. Jedes Team hat dabei sozusagen eine andere Art und Weise, wie es DevOps lebt.

Wichtig ist, wie gesagt, die Kommunikation, und diese wird bei Red Hat intern ganz groß geschrieben. Es geht quasi darum, dass man sich auch wirklich austauschen kann, sich vielleicht auch mal Sachen an den Kopf werfen kann, ohne dass man gleich Probleme kriegt. Schön ist für mich persönlich, das Wir im fabric8-Team auch eine Continuous Delivery-Plattform entwickeln. Das heißt wir erstellen ein Tool, mit dem man diese ganzen Sachen automatisieren kann und wir nutzen dieses Tools auch selbst für unsere eigenen Anwendungen. Wir essen also praktisch unser eigenes Hundefutter und erlangen dadurch auch viel Erfahrung, wie man das Ganze automatisieren kann. Ich würde also sagen, dass wir schon sehr nahe an dem DevOps-Gedanken dran sind.

JAXenter: Vielen Dank für das Interview!

Roland Huß ist ein Software Engineer, der für Red Hat an fabric8, einer Microservices-Plattform für Kubernetes und OpenShift arbeitet. Er entwickelt seit fast 20 Jahren, hat aber niemals seine Wurzeln als Systemadministrator vergessen. Roland arbeitete aktiv in Open-Source-Projekten mit und betreut sowohl Jolokia, die JMX-HTTP Bridge als auch das populäre Docker-Maven-Plug-in fabric8io. Und er liebt Chilis.
DevOps Docker Camp

Teilnehmer lernen die Konzepte von Docker und die darauf aufbauenden Infrastrukturen umfassend kennen. Schritt für Schritt bauen sie eine eigene Infrastruktur für und mit Docker auf.

Alle Termine des DevOps Docker Camps 2018 in der Übersicht

München: 19. – 21. Februar 2018
Berlin: 14. – 16. März 2018

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