Der Web UI Day auf der W-JAX 2014

Oberflächen mit Tiefgang – Oder: Wie man einen Finnen zum Lachen bringt

Andy Bosch
Andy Bosch

Dieses Jahr fand erstmalig der Web-UI-Tag im Rahmen der Münchner W-JAX-Konferenz statt. Der Fokus dieses Special Days liegt klar auf der Erstellung von User Interfaces im Web.

Hervorgegangen ist der Tag aus den sehr technologiespezifischen Tagen des JSF-Days, des GWT-Days und anderer. Ziel der Veranstalter ist es, an einem dezidierten Tag möglichst viele Informationen zu Möglichkeiten des UI-Baus im Web zu übermitteln – ohne religiös an einzelnen Technologien zu hängen. Vielmehr sollen Architekturen, Konzepte und Best Practices vorgestellt, sowie ein breites Spektrum von möglichen Umsetzungen gezeigt werden.

So war die Palette der angebotenen Sessions sehr breit. Den Anfang machte ich selbst mit einem Talk zu WebSockets, SSE und JSF. Es wurde demonstriert, wie mit Hilfe dieser Standards ein Server-Push realisiert werden kann und was die Stolperfallen sein können.

Anschließend ging es im Talk über „Oberflächen mit Tiefgang“ von Dierk König (schon allein der Sessiontitel war sehr gelungen) um grundsätzliche Konzepte im UI, Schwerpunkt dabei war die Umsetzung im OpenDolphin-Kontext. Wir haben gelernt, dass in Marketing-Folien immer MVC draufstehen sollte (weil es mittlerweile auch in Nicht-Techniker-Kreisen schon bekannt ist und als Allheilmittel angesehen wird), aber in der eigentlichen technischen Umsetzung dann doch eher MVP oder noch besser ein Shared Presentation Model sein sollte.

Das Thema GWT wurde von Papick Taboada vorgestellt, konkret ging es um Architekturen und Best Pracises im GWT-Umfeld. Spannend war vor allem die Demonstration, wie auch bei komplexen JavaScript-Anwendungen (denn das erzeugt GWT letztenendes) auch ein Browser-Back unterstützt werden kann.

Ville Ingman begann seinen Vortrag zu „Rock your web apps“ zunächst mit der Frage, wie man einen Finnen zum Lachen bringt (er ist selbst Finne). Die Antwort ist einfach: Die Sauna einfach noch ein wenig heißer stellen. Und nebenbei demonstrierte er noch in überzeugender Weise, wie mit Hilfe von Vaadin moderne und produktive Anwendungen erstellt werden können. Sehr pragmatisch stellte er auch fest, dass Vaadin einen ganz speziellen Einsatzbereich hat. Seine private Homepage sollte man tunlichst nicht damit umsetzen, komplexe Enterprise-Anwendungen dagegen schon.

Der Web UI Tag war über alle Themen hinweg sehr gut besucht, es gab nur selten noch ein paar freie Plätze. Das zeigt, dass eine breite Darstellung von Konzepten und Technologien wichtig ist und der Tag auch auf künftigen Konferenzen wiederholt werden sollte.

Andy Bosch (andy.bosch@jsf-academy.com) ist Trainer und Berater im Umfeld von JSF und Portlets. Auf seiner Onlinetrainingsakademie www.jsf-academy.com stellt er regelmäßig Trainingsvideos zu JSF, CDI und Portlets bereit. Er ist Autor mehrerer Bücher zu JSF und hält regelmäßig Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen.

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Andy Bosch
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