Teil 7: Umfrage zum zwanzigsten Geburtstag von Java

„Ob der Haarverlust wohl irgendwie mit der Nutzung von Java zusammenhängt?“

Redaktion JAXenter

©Shutterstock/Beatricee

Als Java das Licht der Bildschirme erblickte, ja, das ist ja bekanntlich schon 20 Jahre her. In der Zwischenzeit hat es sich weiterentwickelt, so wie auch dessen Programmierer. Bei einigen hat sich beispielsweise das Haupthaar gelichtet – ob das am Alter liegt oder an der Verwendung von Java? Dazu und zu weiteren Fragen rund um seine Erlebnisse mit Java, äußert sich in diesem Teil unserer Serie Bernahrd Löwenstein. Übrigens: Bernhard Löwenstein ist auch Speaker bei der diesjährigen W-JAX!

JAXenter: Wann war das erste Mal, als du sagtest: „Verdammt, Java ist ja wirklich cool!“

Bernhard Löwenstein: An das erste Mal kann ich mich nicht mehr erinnern, so lange programmiere ich schon damit. Als ich mit Java begann, hatte ich jedenfalls noch volles Haupthaar. Doch mit der Zeit schwand die coole Löwenmähe. Ob der Haarverlust wohl irgendwie mit der Nutzung von Java zusammenhängt?

Ich weiß aber noch, wann das letzte Mal war – nämlich nachdem ich mein erstes Problem mithilfe eines Lambdas gelöst hatte. Das fand ich auf Anhieb so cool, dass ich „I’m in Heaven“ pfeifend zur Kaffeemaschine getanzt bin. Die Jahre davor waren zeitweise ja von „Wolke 4“-Momenten geprägt.

JAXenter: Hand aufs Herz: Welches war dein schwärzester Java-Moment?

Bernhard Löwenstein: Einerseits sind mir die letzten Jahre vor der Einführung des neuen, auf Annotationen basierenden Java-Enterprise-Programmiermodells noch ziemlich negativ in Erinnerung, andererseits der Stillstand am Ende des Wirkens von Sun Microsystems.
Was mich nach wie vor stört: Dass man den Getter-/Setter-Mechanismus bis jetzt nicht eleganter in die Sprache eingebettet hat – Scala zeigt, wie das geht – und dass die Umsetzung des Cs von CDI nicht besser geglückt ist. Diese Technologie hätte noch viel mehr Potenzial.

JAXenter: Wie lauten die ersten Worte deiner Geburtstagsrede für Java?

Bernhard Löwenstein: Nachdem ich noch keine Einladung von Java zu dessen Geburtstagsparty erhalten habe, habe ich mir auch noch keine große Geburtstagsrede überlegt. Als anständiger Österreicher würde ich aber natürlich mindestens eine halbe Stunde lang alle Ehrengäste unter Aufzählung all ihrer akademischen, Ehren- und Berufstitel begrüßen, bis ich mich dann dem eigentlichen Festgast widme.

JAXenter: Nach zwanzig Jahren ist mal eine echte Aussprache fällig; ihr seht euch tief in die Augen – was würde Java über dich und deinen Programmierstil sagen?

Bernhard Löwenstein: Nachdem Java über die Jahre meist guten Geschmack bewiesen und somit auch sicherlich den Film „Jerry Maguire“ gesehen hat, erwarte ich mir ein einfaches „Du vervollständigst mich“ – eventuell komplementiert durch „… und gleichst meine Schwächen durch den geschickten Einsatz passender Pattern elegant aus. Ich bin stolz, dass du mich in all den Jahren immer im besten Licht auf den großen Java-Bühnen dieser Welt [Anmerkung des Autors: Damit meint Java sicherlich die JAX, die W-JAX und das Java Magazin] dargestellt hast. Deine Seitensprünge mit PHP, Python, JavaScript, und wie diese billigen Programmiersprachen-Flittchen noch alle hießen, werde ich dir trotzdem nie verzeihen.“

JAXenter: Zu einer guten Geburtstagsparty gehört auch Musik. Wenn Java also ein Popsong wäre – welcher?

Bernhard Löwenstein: Ach, der Popsong veränderte sich über die Jahre mehrmals. Klarerweise stammte er aber immer von meinem Lieblingsmusiker Bruce Springsteen.

Hatte ich anfangs beim Gedanken an Java noch den Song „Land of hope and dreams“ im Ohr, so kam nach der „Growin’ up“-Phase die bittere Erkenntnis „It’s Hard To Be A Saint In The City“. Es folgten Jahre, die eher vom „Waitin’ on a Sunny Day“ als von „Glory Days“ geprägt waren. Doch seitdem sich Oracle und die Community um Java angenommen haben, ist „The Rising“ klar erkennbar. Gemeinsam heißt es nun „Working on a dream“. Von Zeit zu Zeit betrete ich als erfahrener Java-Entwickler aber immer noch den einen oder anderen „Secret Garden“ und wundere mich, was mittlerweile damit alles möglich ist. Aktuell würde ich Java den Song „Blood Brother“ widmen. Vor allem die Textzeile „and what once seemed black and white, turns to so many shades of gray“ passt bestens zu dessen Entwicklungsgeschichte. Oder hätte vor ein paar Jahren irgendjemand geglaubt, dass Java einmal funktionale Konzepte aufweisen würde? In diesem Sinne verabschiede ich mich mit den gleichen Worten wie The Boss im letztgenannten Song: „I’ll keep moving through the dark, with you in my heart, my blood brother“. Happy Birthday!

Bernhard Löwenstein (bernhard.loewenstein@java.at) ist als selbstständiger IT-Trainer und Consultant für javatraining.at tätig. Als Gründer und ehrenamtlicher Obmann des Instituts zur Förderung des IT-Nachwuchses führt er außerdem altersgerechte Roboterworkshops für Kinder und Jugendliche durch, um diese für IT und Technik zu begeistern.

Was sagt die Community?

Im vierten Teil der Serie kommen unsere Leser Thomas Ronzon und B. Stoffel zu Wort.

JAXenter: Wann war das erste Mal, als du sagtest: „Verdammt, Java ist ja wirklich cool!“

B. Stoffel: Als ich das erste Mal Ruby-Code gesehen habe.

JAXenter: Hand aufs Herz: Welches war dein schwärzester Java-Moment?

Thomas Ronzon: Als ich Java und Objektorientierung 1999 im Hotelzimmer lernen musste (ich hatte vorher nur C und sowas programmiert), da der Kunde fälschlicherweise dachte, ich wäre ein Java-Consultant.

B. Stoffel: Der Moment, als mir bewusst wurde, dass 2015 immer noch Applets eingesetzt werden.

JAXenter: Wie lauten die ersten Worte deiner Geburtstagsrede für Java?

Thomas Ronzon: Long, long time ago …

B. Stoffel: Was haben Java und ein guter Wein gemeinsam? Beide werden mit jedem Jahr besser.

JAXenter: Nach zwanzig Jahren ist mal eine echte Aussprache fällig; ihr seht euch tief in die Augen – was würde Java über dich und deinen Programmierstil sagen?

Thomas Ronzon: Java: Ich will ja nichts sagen, aber …. (und dann kommen 1 000 Kommentare, was man alles besser machen kann).

B. Stoffel: „… In guten wie in schlechten Zeiten, bis dass SonarQube uns scheidet?“

JAXenter: Zu einer guten Geburtstagsparty gehört auch Musik. Wenn Java also ein Popsong wäre – welcher?

Thomas Ronzon: „It’s only rock ’n‘ roll (but I like it)“ von den Rolling Stones.

B. Stoffel: „The only one“ von James Blunt.

Wir bedanken uns für die Teilnahme!

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Aufmacherbild: hand held microphone for interview von Shutterstock / Urheberrecht: Beatricee

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