Nokia entscheidet sich gegen Android

Hartmut Schlosser

Für Mobile-Entwickler war die Top-Nachricht der letzten Woche sicherlich die Ankündigung Nokias, man werde eine enge Partnerschaft mit Microsoft eingehen und Windows Phone 7 zu Nokias primärer Smartphone-Plattform machen. Nicht Android sondern WP7 hat also das Rennen um Nokias „Gunst“ gewonnen. Auf einer Pressekonferenz des heute startenden GSMA Mobile World Congress in Barcelona hat Nokia-CEO Stephen Elop die Hintergünde für diese Entscheidung erläutert.

Ein wesentliches Kriterium für die Entscheidung gegen die Android-Plattform sei gewesen, ein Duopol im Mobile-Bereich bestehend aus Google/Nokia einerseits und Apple andererseits zu vermeiden. Stephen Elop wird auf der Kongress-Seite folgendermaßen zitiert:

A decision to swing to Android would have tilted the mobile ecosystem in the direction of a duopoly, but we wanted to create a challenger Stephen Elop

Doch natürlich dürften auch massive Gewinnaussichten bei dem Deal eine Rolle gespielt haben. Nokia wird zwar wie andere Handy-Hersteller auch (LG, Samsung, HTC) Lizenzgebühren für die Nutzung der Windows-7-Plattform zahlen. Die neuen Umsatzströme aus dem Zugang zu Microsofts Suchmaschinen- und Werbe-Kapazitäten sollen laut Elop indes für Gewinne in Milliardenhöhe sorgen.

Die Microsoft/Nokia-Allianz will sich nun also als dritte Macht im Smartphone-Ökosystem etablieren. Endgeräte, die mit Kombinationen etwa aus Nokias Ovi-Maps und Microsofts Bing-Suchmaschine ausgestattet sind, sollen die Käufergunst in Richtung Nokia lenken.

Die Zeit der Symbian-Plattform scheint indes damit endgültig abgelaufen. Auch wenn Nokia erklärt hat, Symbian weiterhin als „franchise platform“ zu nutzen, scheint man für den zukunftsträchtigen Smartphone-Markt andere Wege gehen zu wollen. Auf dem World Congress war von einem „wohldosierten Übergang zu WP7“ die Rede.

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Hartmut Schlosser
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