Interview mit Lars Gregori

Mit Node-RED Prototypen für das IoT bauen

Melanie Feldmann

Lars Gregori

Node-RED ist eines der vielen Tools für das Internet der Dinge. Der visuelle Editor soll den Einstieg erleichtern und die Entwicklung beschleunigen. Wir haben IoTCon-Speaker Lars Gregori (SAP Hybris) gefragt, was das besondere an dem Tool ist und wo seine Grenzen liegen.

JAXenter: Du hältst auf der IoTCon den Vortrag „IoT, APIs und Microservices – alles unter Node-RED“ über das Open Source Tool Node-RED. Kannst du als Einstieg kurz erklären was Node-RED eigentlich ist.

Lars Gregori: Node-RED ist eine Browse-basierte Anwendung. Mit ihr lassen sich Internet of Things Prototypen grafisch, mit so genannten Nodes, aufbauen, miteinander verbinden und konfigurieren. Node-RED bietet hierfür zu verschiedenen Kategorien entsprechende Nodes an.

JAXenter: Was sind und wie funktionieren die Nodes?

Lars Gregori: Nodes führen zu ihren jeweiligen Kategorien Aufgaben aus. Hierzu gehören einfache Ein- und Ausgaben, Anbindungen an Hardware Geräte wie zum Beispiel einem Arduino oder unterschiedliche Online Services. Zusätzlich lassen sich auch eigene Nodes schreiben.

Dabei bietet ein Node eine Grundaufgabe an, die durch eine Konfiguration an das Szenario angepasst werden kann. Die Business-Logik läuft als NodeJs-Anwendung, die einer vorgegebenen Struktur folgt. Die Konfiguration der Nodes werden als HTML Templates beschrieben, die Node-RED im Browser mit entsprechenden Daten füllt und anzeigt.

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Im weitesten Sinne kann man Nodes als kleine Microservices sehen, die ihren (Micro-)Dienst in Node-RED anbieten oder ausführen.

JAXenter: Also sind die Nodes jeweils die Microservices?

Lars Gregori: Nicht ganz, aber eine Node kann einen Microservice aufrufen. Aus dem Blickwinkel von Node-RED jedoch kommunizieren die Nodes miteinander anhand einer definierten Schnittstelle und Protokolls (Message-Objekte). Im weitesten Sinne kann man Nodes als kleine Microservices sehen, die ihren (Micro-)Dienst in Node-RED anbieten oder ausführen.

JAXenter: Wo liegt der Unterschied von Node-RED zu Plattformen wie openHAB?

Lars Gregori: Ich sehe openHAB mehr im produktiven Einsatz. Die Konfiguration erfolgt zwar hauptsächlich in Rulse-Dateien, ermöglicht es aber komplexe Zusammenhänge zu beschreiben. Der Fokus von Node-RED hingegen liegt auf Prototypen. Komplexere Zusammenhänge können unübersichtlich werden, wenn sich die Verbindungen überschneiden.

JAXenter: Node-RED will die Einstiegshürde für IoT-Programmierung senken. Haben die Entwickler das deiner Meinung nach geschafft? Wie viel Programmier-Skill braucht man wirklich?

Lars Gregori: Wenn man ein aufgesetztes Node-RED bedient, sind keinerlei Programmierkenntnisse notwendig. Durch Drag and Drop wird das Szenario konfiguriert. Ein Verständnis von Prozessen und Ablaufsteuerung sollte aber trotzdem Vorhanden sein. Möchte man hingegen seine eigene Node schreiben, dann geht es nicht ohne NodeJs-Kenntnisse. Hier bietet aber Node-RED eine schöne Spielwiese, um zum Beispiel Microservices abzubilden.

JAXenter: Danke für das Gespräch!

gregori_lars_wpLars Gregori arbeitet als Technology Strategist bei SAP Hybris in München und ist Mitglied im Hybris Labs Team. Er interessiert sich für neue Technologien rund um das Thema Internet of Things (IoT). Vor seinem Studium als Diplom-Informatiker (FH) hat er eine Lehre als Kommunikationselektroniker absolviert.
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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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