Node-RED: IoT-Entwicklung im Mind-Map-Stil

Diana Kupfer

Das Internet der Dinge findet immer mehr Fans und Fürsprecher. So hat die Idee, alle erdenklichen Alltagsgegenstände miteinander zu vernetzen und über eine möglichst einheitliche Benutzeroberfläche zu steuern, längst abgehoben. Doch aller Anfang ist schwer: Trotz günstiger und flexibel einsetzbarer Hardwareplattformen wie Arduino, Raspberry Pi, BeagleBone, Cubieboard & Co. scheitert die Umsetzung noch oft an dem komplexen Geflecht aus Einzeltechnologien, die für eine komplette IoT-Infrastruktur nötig sind. Und soviel ist sicher: Mit der Anzahl an internetfähigen Geräten und neuen Verbindungen wird sich dieses gefühlte Chaos keineswegs reduzieren.

Mit Node-RED könnte sich das ändern. Erst vor Kurzem hob IBM das quelloffene Tool aus der Taufe – und erntete damit begeisterten Zuruf aus der IoT-Gemeinde. Node-RED basiert, wie der Name schon verrät, auf dem ereignisgesteuerten, nicht-blockierenden JavaScript-Framework node.js. Es liefert einen visuellen Editor im Mind-Map-Look (s. Screenshot von der Node-RED-Webpräsenz), mit dem sich binnen kurzer Zeit Anwendungen für das Internet der Dinge erstellen lassen.

Durch das übersichtliche UI, die intuitive Bedienung und den hohen Abstraktionsgrad – die Komponenten werden einfach durch Drag and Drop und das Ziehen von Verbindungen miteinander verknüpft – bleibt die Komplexität der Anwendung vor dem Entwickler verborgen. Ein Klick, und die Anwendung ist live. Reicht das mitgelieferte Inventar an Komponenten nicht aus, lässt sich das Tool mit ein wenig JavaScript-Code schnell erweitern. Dank der flexiblen, jederzeit änderbaren Konfiguration bietet Node-RED nicht nur einen Werkzeugkasten, sondern auch ein ideales Experimentierfeld für IoT-Anwendungen.

Der Node-RED-Editor (Quelle: http://nodered.org)

Könnte es am Ende sogar zum Standard-Tool im IoT-Umfeld avancieren? Am besten macht man sich selbst ein Bild: Seit gut einer Woche ist Node-RED in Version 0.2.0 verfügbar. Der Code steht unter Apache-2-Lizenz und kann über die GitHub-Seite bezogen werden. Dort befindet sich auch eine Installationsanleitung.

Ein fester Release-Plan steht noch aus. Wie der zuständige IBM-Entwickler Nick O’Leary berichtet, wird derzeit mit Hochdruck an der Optimierung des Upgrade-Prozesses gearbeitet. Das oberste Gebot ist dabei eine niedrige Einstiegshürde für den Nutzer: „We need to make it as easy as possible for users to get started“, so O’Leary.

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.