Microservices

Noch ein Microservice Framework für Java: MS4J

Melanie Feldmann

© Shutterstock / kamnuan

Diese Woche hat ein weiteres Microservice Framework das Licht der Welt erblickt. Das Unternehmen WSO2, bisher vor allem bekannt für seine Middleware-Plattform Carbon, hat MSF4J als neues Microservice Framework für Java präsentiert. Das Framework soll schnell und leichtgewichtig sein.

Warum ein auf Middleware spezialisiertes Unternehmen ein eigenes Microservice Framework entwickelt erklärt Vice President of Product Management Isabelle Mauny mit einer deutlichen Nachfrage auf  Kundenseite: „Es fing letztes Jahr an, von Null zu so ziemlich jedem Kunden, der uns fragte: Was ist eure Strategie bei Microservices, und was ist eure Strategie bei Container-basierten Services?“ Mauny gibt außerdem an, dass 80 bis 90 Prozent ihrer Kunden planen Container-basiertes Deployment in den nächsten zwölf bis 18 Monaten umzusetzen.

Doch was macht MSF4J anders als beispielsweise Spring Boot? Zum einen ist das Framework Open Source, zum anderen ist es auf „leichtgewichtige Microservices für ein schnelles Container Deployment“ spezialisiert. Der Fokus liegt also auf kleinen Container-Umgebungen. Mauny gibt an, dass Microservices in einem Docker-Container innerhalb von 400 Millisekunden booten würden. Auch sei das Hinzufügen zu einer Docker-Image-Definition einfach.

In einem Blogpost beschäftigt sich der WSO2-Software-Architekt Afkham Azeez etwas eingehender mit dem Thema Geschwindigkeit. Er vergleicht Durchsatz versus Concurreny des eigenen Frameworks mit Dropwizard, Spring Boot, Spark, Wildfly und Express js. Laut seinen Ergebnissen ist MSF4J egal bei welchem Concurrency-Level teilweise deutlich schneller als die Konkurrenz. Beim Speicherverbrauch liegt das Framework etwa in der Mitte. Daran werde aber weiter gearbeitet, verspricht der Entwickler. Seinen Test kann man auf GitHub nachvollziehen. Auf der Unternehmenskonferenz hat er das Framework im Februar vorgestellt.

MSF4J ist außerdem Annotationen-basiert. Das bedeutet, dass JAX-RS-Annotationen nicht nur genutzt werden, um die Microservices zu schreiben, sondern auch um sie zu überwachen. Für die Überwachung sind außerdem Metriken integriert und das Framework unterstützt als Analyseplattform den hauseigenen WSO2 Data Analytics Server. Für Sicherheit soll die Möglichkeit sorgen Microservices via Token-Validierung abzusichern. Auch hierfür ist ein Tool von WSO2 eingebaut: der Identity Server.

Die Getting-Started-Dokumentation findet sich wie das gesamte Projekt auf GitHub. Das Framework steht unter einer Apache License Version 2.0. Es befindet sich in der Version 1.0.0.

Aufmacherbild: a cup of coffee von Shutterstock / Urheberrecht: kamnuan

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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