Von Schuhen zu Software

Nike macht jetzt in Open Source

Melanie Feldmann

© Shutterstock / Daxiao Productions

Nike hat drei Open-Source-Projekte veröffentlicht. Damit reiht sich der Sportartikelhersteller in den Reigen der Unternehmen ein, die offene Software aktiv unterstützen. Aber warum machen das Unternehmen, die nicht primär Software entwickeln?

Nike hat drei Projekte Open Source gestellt: Willow, Elavate und Wingtips. Willow ist eine leichtgewichtige Bibliothek, die in Swift geschrieben ist. Elavate ist ein Parsing Framework für JSON, ebenfalls in Swift. Wingtips ist ein Tracing Tool für verteilte Systeme. Es ist in Java 7 geschrieben und basiert auf dem Google Dapper Paper. Zurzeit fehlt noch eine eigene Blog-Seite wie es die großen Open-Source-Contributor wie Netflix oder LinkedIn machen. Deswegen gibt es noch keine detaillierteren Informationen zu den Tools und wie sie bei Nike zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch eine Tech-Seite, auf der die Open-Source-Projekte vorgestellt werden. Auch der Code zu dieser Seite liegt auf GitHub.

Immer mehr Nicht-Tech-Unternehmen machen Open Source

Nike ist nicht das erste Nicht-Tech-Unternehmen, dass seine Fühler in die Open-Source-Welt ausstreckt, und wird sicher nicht das letzte sein. Ein weiteres Unternehmen, das man auf den ersten Blick nicht unbedingt mit Softwareentwicklung in Verbindung bringt aber bei OSS aktiv ist, ist beispielsweise Walmart. Auch der direkte Konkurrent von Nike Adidas veröffentlicht im eigenen GitHub Repository Open Source Software. Diese ist aber nur für die Adidas-Sensoren gedacht.

Außerdem ist es natürlich nicht 100-prozentig korrekt Sportartikelhersteller oder auch andere Unternehmen als Nicht-Tech einzuordnen, nur weil es nicht ihr Kerngeschäft ist, Software zu verkaufen. Auch diese Unternehmen haben Entwickler für Internetseiten, E-Commerce, Apps und intern genutzte Software. „Software eats the world“ gilt auch bei Sportartikeln.

Mitarbeiter gewinnen

Apps für iPhone, Android und Co. haben natürlich fast alle Unternehmen. Den Schritt hin zu Open Source hat aber nicht das Ziel, neue Wege zu bestehenden und zukünftigen Kunden aufzubauen und so mehr Geld zu verdienen, wie es bei Apps der Fall ist. Auch um die Vorzüge einer Open-Source-Entwicklung geht es nicht vorrangig. Es ist gut fürs Image und zieht potenzielle Arbeitnehmer an. Denn die Unternehmen konkurrieren ebenso um die heiß begehrten Entwickler und Techniker, wie die großen, hippen Softwareunternehmen. Ein deutlicher Hinweis dafür ist beispielsweise, das auf der Seite, auf der Nike seine Open-Source-Projekte vorstellt, auch ziemlich prominent der Punkt „Interested in working at Nike“ zu finden ist.

Aufmacherbild: Marathon running von Shutterstock / Urheberrecht: Daxiao Productions

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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