Neues von MQTT, Startup PsiKick lockt Investoren, M2M für Tesla-Autos [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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MQTT immer verbreiteter – Startup PsiKick entwickelt Sensoren mit sehr geringem Energieverbrauch – azeti präsentiert „Social Sensor Cloud“ – Telefónica stellt Konnektivität für europäische Tesla-Autos bereit – Trinity: Taschen-Turbine zum Laden von Smartphones & Co.

Neues von MQTT 

MQTT, CoAP, Lightweight M2M, M3DA – Für vier der wichtigsten Protokolle im M2M-/IoT-Umfeld hostet die Eclipse Foundation nun Sandboxen, die über die Webpräsenz der Eclipse IoT Industry Working Group zugänglich sind. MQTT entwickelt sich indes immer mehr zum Platzhirsch im IoT. Auf dem MQTT Interop Test Day am Rande der EclipseCon North America 2014 wurde die Interoperabilität des leichtgewichtigen Protokolls gerade unter Beweis gestellt. Unter den Mitwirkenden waren Firmen wie 2lemetry, Xively, ClearBlade, Red Hat und Eurotech. Das Event soll im Herbst wiederholt werden, etwa zeitgleich mit der geplanten Fertigstellung der MQTT-Spezifikation durch das technische Komitee bei OASIS. Aktuell findet ein 15-tägiger Public Review der MQTT-Version 3.1.1 statt, der am 6. Mai endet. Vor einigen Tagen wurde der Java-MQTT-Broker Moquette als Eclipse-Projekt vorgeschlagen.

Eclipse IoT Working Group

Sensoren ohne Batterien: PsiKick

Drahtlos-Sensoren mit dem geringsten Energieverbrauch der Welt möchte das US-amerikanische Startup PsiKick herstellen. Lediglich ein Hundertstel bis ein Tausendstel des Energieverbrauchs herkömmlicher Sensoren sollen die Chips benötigen. Akkus sind damit nicht notwendig; den Sensoren reicht Umgebungswärme. Die menschliche Körpertemperatur eignet sich beispielsweise optimal als Energiequelle. PsiKick ging 2012 aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universitäten von Virginia, Michigan und Washington hervor und hat mit Dr. Brendon Calhoun und Dr. David Wentzloff zwei Spitzenforscher im Bereich Low-Power-Elektronik an Bord.

Investoren reiben sich in Anbetracht dieser bahnbrechenden Innovation bereits die Hände: Das Venturekapital-Unternehmen New Enterprise Assiociates ist von der Technologie überzeugt und sicherte den Gründern eine erste Finanzierungshilfe zu.

Facebook für Sensoren

Können Sensoren miteinander befreundet sein? Diese Frage beantwort die azeti Networks AG, globaler Hersteller und Anbieter von M2M-Technologien, mit einem „Ja“. Mit seiner „Social Sensor Cloud“ möchte das Unternehmen ein Pendant des Social-Media-Networks für das Internet der Dinge schaffen.

Das Konzept sieht vor, dass Messwerte und Daten von Sensoren an die Social Sensor Cloud gesendet und von Anwendungen verschiedenster Art abonniert werden können. Die ersten Funktionen dieses Sensordaten-Marktplatzes  – der nächsten Entwicklungsstufe des Sensor Cloud Gedankens – sind schon im Einsatz, beispielsweise als Monitoringlösungen für Mobilfunkmasten oder Überwachungstechnologien für Lager mit hochempfindlichen Waren. Eines der aktuellsten Projekte wurde vom Ministry of Health in Kuwait beauftragt: Mit der SONARPLEX-Technologie von azeti werden dort kritische Infrastrukturen, Sensoren, IT und Gebäudetechnik zentral überwacht und von der Norm abweichende Signale intelligent an die entsprechenden Stellen weitergeleitet, um ein schnelles Eingreifen zu gewährleisten. „Theoretisch können wir mit unserer SONARPLEX-Technologie auch die medizinischen Geräte überwachen und Alarmsignale an das Personal des Krankenhauses weiterleiten“, so Dirk Sommerfeld von azeti. Ein Meilenstein in puncto Interoperabilität? Wir werden sehen.

Tesla + Telefónica = M2M für Elektroautos 

Elektroautos werden oft belächelt. Wenn man sich nicht gerade am spielzeugähnlichen Karosseriedesign der oft ultrakompakten PKWs stört, dann mit Sicherheit am fehlenden Netzwerk an Ladestationen, den langen Ladezeiten – oder den hohen Preisen. Letztere sind fast schon ein Markenzeichen des Silicon-Valley-Autoherstellers Tesla Motors. 2013 wurde die zweite Auflage der Luxus-Elektroautos, das „Modell S“, erstmals nach Europa exportiert. Rund 50.000 Euro kostet das Auto hierzulande. In diesen Tagen werden die ersten Modell-S-Wagen in China ausgeliefert, einer der am stärksten wachsenden Automobilmärkte weltweit.

Wachsende Automobilmärkte bedeuten auch: wachsende M2M-Märkte. Denn der Softwareanteil in Kraftfahrzeugen steigt. So überrascht es nicht, dass Telefónica mit Tesla einen Deal abgeschlossen hat und die europäischen Tesla-Autos mit Konnektivität versorgen wird – ein kluger Schachzug, denn Tesla investiert mächtig in die Weiterentwicklung seiner Batterietechnologie und hat mit seiner exorbitanten Lithium-Ionen-Batterienfabrik „Gigafactory“ einen gewaltigen Trumpf im Ärmel. Die bereits verwendeten „Supercharger“-Stationen liefern bereits jetzt eine volle Batterieladung innerhalb von 40 Minuten. In Nordamerika kooperiert Tesla mit AT&T in Sachen Connected Car.

Tesla Modell S

Trinity: persönliches Windkraftwerk

Apropos Elektrizität: Stellen Sie sich vor, Ihr Smartphone braucht dringend Saft, und es ist weit und breit kein Stromnetz in Sicht. Wenn unser Crowdfunding-Projekt der Woche weiterhin so erfolgreich wie bisher Spenden sammelt, könnte das bald kein Problem mehr sein. „Trinity“ ist eine Mini-Windturbine, die sich zusammenfalten, unter den Arm klemmen und dorthin mitnehmen lässt, wo es keine Elektrizität gibt – ideal für Outdoor-Fans, die unterwegs nicht auf ihr Handy oder Tablet verzichten möchten. In Trinity ist neben einem 15-Watt-Generator ein 15.000 mAH starker Akku verbaut. An der Unterseite befindet sich ein USB-Port zum Laden von Geräten und ein Mini-USB-Port, mit dem sich die Taschen-Turbine an einer normalen Steckdose aufladen lässt. Die Köpfe hinter Trinity, Einar Agustsson und Agustsson, stammen aus Island und leiten das Startup Skajaquoda im US-Bundesstaat Minnessota. 

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