Neuer Überflieger bei Eclipse? – Projekt Flight eint Desktop und Browser

Redaktion JAXenter
© Shutterstock/Iryna Rasko

Update: Der Projektname wurde inzwischen geändert. Aus Flight wurde Flux. 

Softwareentwicklung verlagert sich zunehmend ins Web und in die Cloud und lässt die herkömmliche Desktop-IDE bereits in vielerlei Hinsicht alt aussehen. Zwei Mitglieder der Eclipse-Community, Martin Lippert (s. Video) und der Orion-Entwickler John Arthorne, möchten diesen Trend nun in einem neuen Eclipse-Projekt aufgreifen: Flight.

Im Projektvorschlag ist zu lesen, dass zwar jeder über Cloud-basiertes Tooling spreche, es aber an einer konkreten Vision mangele, wie dieses auszusehen habe. Es könne einerseits nicht die richtige Herangehensweise sein, Desktop-IDEs eins zu eins im Browser abzubilden. Genauso problematisch sei es allerdings, Browser-Werkzeuge völlig losgelöst von den älteren Desktop-Pendants zu entwickeln, da der Entwickler so auf wichtige Funktionalitäten verzichten müsse.

Mit Flight soll diese Lücke zwischen der traditionellen und der Browser-IDE geschlossen werden. Eine umfassende Integration von Werkzeugen für Desktop, Browser und Server ist das Ziel der Mission Lipperts und Arthornes. Nicht nur soll die neu entstehende Plattform und Infrastruktur voneinander unabhängige Komponenten ermöglichen und hervorbringen; sie soll gleichzeitig Konnektoren an die gängigsten Entwicklungsumgebungen bereitstellen. Neben Eclipse werden im Projektvorschlag auch die Konkurrenten IntelliJ oder NetBeans erwähnt. Der Fokus wird dabei auf der Zusammenführung bestehender Tools liegen, nicht auf der Neuimplementierung einer vollwertigen Desktop-IDE.

Der Grundstein soll mit Werkzeugen für die Java- und JavaScript-Entwicklung gelegt werden. Herzstück der geplanten Architektur ist ein verteiltes Messaging-System. Vorgesehen ist außerdem, dass Repositorys Projekte, Ressourcen, und Metadaten enthalten können. Mithilfe des Messaging-Systems können sie somit je nach Bedarf Projekte und Ressourcen mit anderen Repositorys synchronisieren oder sie lokal speichern. Zusätzlich sollen ggf. Services hinzugeschaltet werden können.

Im Unterschied zum Projekt Orion, das sich auf die Client-Seite spezialisiert hat, wird Flight das Augenmerk auf die Server-Seite richten.

In Sachen Codebeiträge macht Pivotal den Anfang. Ein erstes Release soll mit dem nächsten Simultarelease kommenden Juni erscheinen.

Das Potential dieses ehrgeizigen Vorhabens liegt auf der Hand: Nach den jüngsten Debatten um den Innovationsstau in puncto Eclipse-IDE dürfte Flight für viele Eclipse-Anhänger ein neuer Hoffnungsschimmer sein. Mit Verve und Ideen durchgeführt, könnte das Projekt der Eclipse-IDE neue Flügel verleihen.

Aufmacherbild: Airplane flying above tropical sea at sunset von Shutterstock / Urheberrecht: Iryna Rasko

 

 

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