Endlich daheim

Neu im Eclipse-Universum: StatET – die IDE für professionelle R-Programmierung

Dominik Mohilo

StatET Logo © WalWare

Die integrierte Entwicklungsumgebung StatET basiert auf Eclipse und wurde für die Programmierung mit der Sprache R erschaffen. Nun soll sie bald auch offiziell als Projekt bei der Eclipse Foundation ein Zuhause finden.

Hintergrund

Wer sich mit Statistiken beschäftigt, kommt an der Programmiersprache R  kaum vorbei. Die Sprache ist mit vielen anderen, etwa S, an der die Entwickler von R sich orientierten, kompatibel und Teil des GNU-Projektes. Da die Entwicklungsumgebung StatET komplett auf der Technologie von Eclipse aufsetzt, erschien es den Machern konsequent, StatET ebenfalls bei der Eclipse Foundation zu hosten.

Bereits seit 2004 arbeiten Stephan Wahlbrink (Projektleiter), Tobias Verbeke (Projektleiter), Frederick Michielssen und Jonas Van Malder an der Entwicklungsumgebung. Durch das umfangreiche Set von Features gibt es einige Abhängigkeiten zu anderen Projekten, wie etwa EMF, Mylyn, Apache Derby, Apache Lucene und SnakeYAML.

Eine Übersicht über die Abhängigkeiten gibt es auf der Creation Review Seite des Projektes bei der Eclipse Foundation, eine Übersicht über die Änderungen in der mittlerweile über zehn Jahre andauernden Entwicklungs- und Weiterentwicklungsphase gibt es auf der Homepage von Stephan Wahlbrink.

Features

Zur Ausstattung der IDE gehören unter einem eine vollständig integrierte R-Konsole und diverse R-Script-Editoren. Für die grafische Darstellung wurde in StatET eine R-Graphics-Einheit eingebaut.

Zu den weiteren Features gehört ein Objekt-Browser, mit dem sich die Objekte, die R im Memory gespeichert hat, durchsuchen und lassen. Zudem sind ein visueller Debugger und ein umfangreiches Hilfe-System mit an Bord. Auch die Möglichkeit, mit mehreren lokalen oder verteilten R-Installationen zu interagieren, ist vorhanden.

Die Unterstützung von Sweave/knitr und Rmarkdown-Dokumenten ist in den Editoren der IDE ebenfalls implementiert. R CMD Tools können als externe Startkonfigurationen betrieben werden. StatET stellt somit eine sehr mächtige und flexible Entwicklungsumgebung für die professionelle Programmierung mit RP dar.

StatET – die IDE für das Programmieren mit R / Quelle: Eclipse Foundation

StatET – die IDE für das Programmieren mit R / Quelle: Eclipse Foundation

Ausblick

Da StatET sich bereits so lange in der Entwicklung befindet, haben die Leiter des Projektes einen ambitionierten Plan: Bereits in wenigen Wochen sollen der erste Build und das erste Release veröffentlicht werden; derzeit befindet sich das Projekt in der Creation-Phase und steht damit kurz vor der Aufnahme in den Eclipse Incubator.

Für zukünftige Releases sind die Verbesserung der Debug-Funktionalität und des R Graphics Device geplant. Für ersteres soll ein besseres step-in, step-out Verhalten eingebunden werden, beim Graphics Device werden vor allem die Line Endings im Fokus stehen. Zudem soll StatET bald die mit Eclipse Neon veröffentlichte Funktionalität des Auto-Imports auch für R-Projekte beinhalten.

Weitere Features sollen ein Add Profiler und ein Memory Profiler umfassen sowie die Möglichkeit der Nutzung von Copy/Paste in Datenbetrachtungsprogrammen sein. Die Unterstützung von Referenzklassen in den Editoren, Objektbrowsern usw. ist ebenfalls geplant, genau wie ein Code-Coverage-Tooling.

In Zukunft möchten die Entwickler von StatET auch auf Konferenzen vertreten sein, um die Eclipse Community über den Status des Projektes zu informieren, und Blogs für die R- und die Eclipse-Gemeinschaft unterhalten. Die Science Working Group sowie das ChemClipse Projekt und Airbus haben Interesse an dem Projekt angemeldet, Mentoren von StatET sind Jay Billings und Alexander Kurtakov.

Weitere Informationen zum StatET-Projekt gibt es auf WalWare und im Creation Review Post auf der Website der Eclipse Foundation.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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