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Neu im Eclipse-Universum: January – das Projekt zur Implementierung numerischer Datenstrukturen in Java

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com/kuruneko

Das Projekt „January“ der Eclipse Science Working Group steht kurz davor, in den Inkubator aufgenommen zu werden. Das Ziel von January ist es, ein Set von standardisierten und Java-basierten numerischen Datenstrukturen zur Verfügung zu stellen.

Features

Eclipse January besteht in erster Linie aus einer Reihe von Libraries, die die Verwaltung numerischer Daten in Java ermöglicht. Inspiriert wurde das Projekt von NumPy, dessen Nutzer sich mit January sehr wohl fühlen werden, versprechen die Erfinder. Wie auch bei NumPy soll es möglich sein, mehrdimensionale Arrays und Matrizen zu nutzen, inklusive eines Java-Äquivalents zur Python NumPy Library für n-dimensionale Array-Objekte.

Es ist auch geplant, im Zuge dieses Projektes Methoden zum Laden, Lagern und Manipulieren von Daten zu erstellen, wobei Eclipse January darauf ausgelegt ist, ohne eigenes User Interface zu laufen.

Das Projekt beinhaltet laut Proposal auch eine Test Suite, ist auf Geschwindigkeit ausgelegt und soll – vielleicht einer der wichtigsten Aspekte – Skalierbarkeit unterstützen. Durch diese wird es dann möglich, Datensätze, deren Größe den verfügbaren Speicher übertrifft, zu verwalten.

Hintergrund

Im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens mit Computern geht es vor allem um die Verarbeitung und Handhabung numerischer Daten. Um dies so effizient wie möglich durchführen zu können, werden diese Daten in spezifischen Strukturen organisiert. January wurde ins Leben gerufen, um standardisierte Java-basierte Strukturen für numerische Daten im wissenschaftlichen IT-Bereich zu etablieren. Durch diese Standardisierung sollen die Barrieren bei der Adaption von Tools innerhalb der verschiedenen Projekte der Science Working Group verringert werden.

Der Name January basiert dabei auf dem Akronym JAva NUmerical ARraYs. Tracy Miranda von Kichwa Coders, die an dem Projekt beteiligt ist, gibt allerdings zu, dass auch Janus, Gott des Neubeginns, als Namensgeber interpretiert werden könnte. Außerdem wurde das Proposal, als dessen Leiter sich Jonah Graham und Peter Chang verantwortlich zeichnen, im Januar eingestellt. Jay Jay Billings, Gewinner des Top Newcomer Evangelist Awards der Eclipse Foundation, ist Mentor des Projektes.

In einem Kommentar regt Billings zwei Dinge an,

  1. die Datenstrukturen von Eclipse ICE schon in der Initial Contribution zu implementieren und
  2. sämtliche Committer bereits jetzt im Proposal aufzulisten, damit sie später nicht mehr in das Projekt gewählt werden müssen, wie es nach den Statuten der Eclipse Foundation üblich ist. (Dies ist mittlerweile passiert.)

Allerdings relativiert er diese Punkte gleich darauf wieder, indem er Folgendes zu Protokoll gibt:

Both of these concerns boil down to getting as much of the community involved as soon as possible. I think that is really important for all the science projects.

Ausblick

Bis das Projekt zur Serienreife ausgereift ist, wird es noch eine Weile dauern. Erst mit dem im kommenden Jahr erscheinenden Eclipse Oxygen (Version 4.7) wird January aller Voraussicht nach auf den Release Train aufspringen. Dafür sind die Pläne für die Zukunft auch sehr ambitioniert: Wie oben bereits erwähnt, wird der Fokus von Eclipse January, nach dem Release in die Eclipse-Welt, auf der Etablierung eines projektübergreifenden Standards innerhalb der Science Working Group (SWG) liegen. Projekte, für die dies geplant ist, sind unter anderem das Eclipse Advanced Visualisation Project (EAVP) und Triquetrum. Auch Vertreter der Projekte ICE, DAWNSci und UOMo haben bereits Interesse angemeldet.

Für Entwickler, die sich bereits heute mit Eclipse January auseinandersetzen wollen, gibt es auf GitHub eine Reihe von Beispielen.

Aufmacherbild: Candlestick graph overlaid on a black spreadsheet with random numerical data as a conceptual art for stock market situations with green photo filter applied von Shutterstock / Urheberrecht: kuruneko

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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