NetBeans 7.0: Vorbereitungen für JDK 7 - JAXenter
Das neue NetBeans 7.0 Release

NetBeans 7.0: Vorbereitungen für JDK 7

Anton Epple

Rechtzeitig zum Osterwochenende ist NetBeans in Version 7.0 erschienen. Es handelt sich um das zweite Release der populären Entwicklungsumgebung seit der Übernahme von Sun durch Oracle. Mit diesem Release erhält NetBeans als erste Entwicklungsumgebung Unterstützung für die neuen Sprachfeatures der kommenden JDK 7. Daneben gibt es verbesserte Unterstützung für hauseigene Produkte wie den Weblogic Server und Oracle Datenbanken, Maven 3 Support, Unterstützung für GIT, einen neuen GridBagLayout Designer und viele kleinere Verbesserungen.

Die verflixte 7 – Versionierung

Das neue NetBeans ist eigentlich das zweite NetBeans Release, das die Versionsnummer 7 trägt. NetBeans 6.7 war ursprünglich ebenfalls als Version 7.0 angekündigt worden. Im Juni 2009 wurde dann kurzfristig beschlossen das Versionierungsschema zu ändern und statt eines großen Aktualisierungspakets mit vielen neuen Features lieber häufiger kleinere Updates zu veröffentlichen. Das Hochzählen der Major Release Version wurde für Releases reserviert, die grundlegende Änderungen beinhalten. Wer nun erwartet, dass Version 7.0 mit sensationellen Änderungen aufwartet wird allerdings etwas enttäuscht sein. Große Änderungen in der täglichen Verwendung sind ausgeblieben. Dennoch ist unter der Haube einiges passiert. Die wichtigste Änderung ist die Vorbereitung des Editors auf JDK 7. Wer sich also schon einmal mit Multicatch oder dem Diamond-Operator befassen möchte, sollte sich die neue Version ansehen. Aktuell wird das Developer Preview von OpenJDK unterstützt. Oracle ist der Ankündigung treu geblieben, NetBeans als die IDE für Kern-Java weiterzuentwickeln.

Umgemünzt – Projekt Coin

Die OpenJDK Implementierung der JDK 7 befindet sich derzeit noch im Entwicklungsstadium. Im Moment ist der Milestone 12 erreicht und die neue JDK steht als „Developer Preview“ zur Verfügung. Dies ist die von NetBeans 7.0 unterstützte Version. Für Entwicklungsumgebungen sind vor allem die im Projekt Coin definierten neuen Sprachfeatures eine Herausforderung. Die wichtigsten Änderungen sind die Unterstützung von Strings in Switch-Statements, Multi-catch von Exceptions, die Vereinfachung von Generics mit dem Diamond-Operator und try-with-recources. Wählt der User JDK 7 als Zielplattform aus, verwendet NetBeans den neuen Compiler im Editor um die Fehleranzeige anzupassen und stellt automatisch eine Reihe neuer Funktionen zur Verfügung.

Die IDE unterstützt den Entwickler dabei, die neuen Konstrukte in bestehendem Quellcode anzuwenden. Der Editor erkennt zum Beispiel automatisch if/else-Statements die auf einem String-Vergleich basieren und bietet dafür den Quickfix „Convert to Switch“ an.

Durch den Diamond-Operator ist die lästige redundante Typ-Angabe bei der Instantiierung einer parametrisierten Collection überflüssig geworden. Auch hier bietet NetBeans einen Quickfix, um nun überflüssige Typ-Angaben zu löschen.

Try/Catch-Anweisungen mit mehreren Catch-Blöcken können ebenfalls per Quickfix in ein Multicatch umgewandelt werden, wenn der Code in den einzelnen Blöcken die gleiche Fehlerbehandlung vornimmt.

Ebenfalls in der JDK 7 neu hinzugekommen ist das Automatic Resource Management (ARM). Die typische Deklaration einer Ressource, etwa eines InputStreams ausserhalb einer try-catch-Anweisung und das Aufräumen der Resource im Fehlerfall in einem finally-Block, zählte bislang zum lästigsten Boilerplate-Code. Durch das neu eingeführte ARM können Resourcen automatisch aufgeräumt werden, sofern Sie das AutoCloseable-Interface implementieren. Der Code wird dadurch deutlich lesbarer und weniger fehleranfällig. Für die automatische Umwandlung bietet der Editor den Quickfix „Convert to Automatic Resource Management“ an.

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Anton Epple
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