Muss Tim Fox Vert.x aufgeben?

Claudia Fröhling

Am Dienstag Nachmittag ist eine Nachricht eingeschlagen wie eine Bombe: Tim Fox, der führende Kopf hinter Vert.x, muss mit sofortiger Wirkung seine Arbeit an dem Framework einstellen. Das schreibt er in einem Google-Forum.

Fox hatte Ende des Jahres VMware, unter dessen Dach Vert.x entwickelt wird, verlassen und zu Red Hat gewechselt. Am 28. Dezember erhielt er von VMware die Mitteilung, alle administrativen Rechte abzugeben. Das betrifft das Vert.x Github-Projekt, die Vert.x Google Group, die Domain Vertx.io und das Vert.x Blog.

Fox schreibt im Forum weiter, er habe VMware angeboten, die Marke und Domain nach seinem Unternehmenswechsel zu behalten. Das wurde angeblich von VMware abgelehnt, so Fox.

I am very concerned about this turn of events, as I understand it creates uncertainty in the Vert.x community.

Auf Twitter sorgte der Forumeintrag für viele Kommentare – hier ein Auszug:

Offen bleibt die Frage, warum diese Situation nicht vorab geklärt wurde, als klar war, dass Tim Fox VMware verlassen würde. Jetzt ist offen, was als Nächstes passieren wird. Mich erinnert der Fall spontan an die Streitigkeiten um das Continuous Integration Tool Hudson. Nach der Übernahme Suns durch Oracle stand Hudson-Entwickler Kohsuke Kawaguchi vor einem ähnlichen Problem und forkte schließlich das Projekt, das Ergebnis war Jenkins. Hudson wird jetzt zusammen mit Oracle unter dem Dach der Eclipse Foundation entwickelt. Aber auch Jenkins hat sich in der Community gut etabliert.

Werden Red Hat und VMware sich nicht einig, könnte hier ein ähnlicher Fork drohen? Und ist Vert.x in der gleichen etablierten Situation wie Hudson damals? Neben einem Fork gibt es noch die Option, Vert.x von einer neutralen dritten Instanz hosten zu lassen. Diese Idee bringt auch Fox selbst in einem Kommentar in besagtem Forum ein.

Das Jahr 2013 ist noch jung, aber jetzt schon turbulent.

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Claudia Fröhling
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