Mehr Diversität in der Entwicklung

Mozilla veröffentlicht Inclusive Development Toolkit für mehr Diversität in der Tech-Welt

Maika Möbus

© shutterstock / SFIO CRACHO

Mozilla hat auf GitHub ein Toolkit zur Anleitung für kollaborative, inklusive Entwickler-Projekte zur Verfügung gestellt. Es basiert auf Erfahrungen aus dem letztjährigen Mozilla-Projekt XR Studio, das für mehr Diversität in der Tech-Welt ins Leben gerufen wurde.

Letzten Sommer veranstaltete Mozilla das mehrmonatige Pop-up-Projekt XR Studio, um Diversität in der Welt der Entwicklung zu unterstützen. Aus den dort gewonnenen Erkenntnissen ist ein Toolkit hervorgegangen, das eine Anleitung für ein Pop-up-Projekt zum kollaborativen inklusiven Arbeiten darstellt.

Dass sich Mozilla für Diversität einsetzt, ist nicht neu: In unserer Reihe Women in Tech haben wir Sandra Persing, Global Strategist für Developer Outreach, Sponsoring und Events bei Mozilla, interviewt. Dabei sprach sie an, welche Hindernisse es für Frauen in der Branche gibt:

Es gibt offenen Sexismus in der Technologie-Branche. Es gibt offenen Sexismus in der Gesellschaft. Die Leute sagen gerne, dass wir alle gemeinsam an einer besseren Inklusion arbeiten, aber die Realität zeigt, dass jeden Tag Ausgrenzungen stattfinden und Vorurteile aktiv zum Ausdruck gebracht werden. Sandra Persing

Um dem entgegenzuwirken, ist Persing unter anderem Mitglied des Advisory Board für Women Who Code. Die Organisation setzt sich für die allgemeine Förderung von Frauen in der Technologie-Branche ein. Im Rahmen von Mozillas Engagement ist auch das Inclusive Development Toolkit entstanden.

Inclusive Development Toolkit

Im Grunde genommen bietet das Toolkit eine Anleitung für die Voraussetzungen, die geschaffen werden sollten, um eine Gruppe zur gemeinsamen Arbeit an Entwicklerprojekten zu gründen. Mozilla bietet im Toolkit verschiedene Anregungen zu den Themen Raum, Autonomie, Kollaboration und gegenseitiger Unterstützung. Während der Raumbegriff noch als geographisch verstanden wird, hofft Mozilla auf eine Zukunft, in der virtuelle Räume einen höheren Stellenwert für die Zusammenarbeit einnehmen.

Das Toolkit soll dazu beitragen, einen Raum zu schaffen, der in der Tech-Entwicklung unterrepräsentierte Gruppen verbindet und stärkt, denn derzeit seien achtzig Prozent der Entwickler in den Makerspaces männlich. Laut der Software-Entwicklerin Maja Matic würden sich mehr weibliche Rollenvorbilder positiv auswirken: Sie würden dazu beitragen, „die Bedenken von Frauen zu verringern, wenn es darum geht, Studien- und Berufsmöglichkeiten in diesem Bereich in Erwägung zu ziehen“.

Pop-up-Projekt XR Studio

Das Inclusive Development Toolkit ging aus dem Pop-up-Projekt XR Studio von Mozilla hervor. Das XR Studio fand von Mai bis August 2018 statt. Dort bot Mozilla Frauen und nicht-binären Personen zur Förderung von Diversität einen Raum für die Zusammenarbeit an verschiedenen Projekten. Die Themen im XR Studio waren in den Bereichen Virtual Reality, Augmented Reality und künstliche Intelligenz angesiedelt: Die Teilnehmenden erhielten „Zugang zu hochwertiger VR-, AR- und Mixed-Reality-Hardware“, um an ihren Projekten zu arbeiten. Zusätzlich standen Mentorinnen und Mentoren aus einem Expertenteam auf den jeweiligen Fachgebieten als Ansprechpartner zur Verfügung.

Mehr Informationen zu den Hintergründen von XR Studio und zum Inclusive Development Toolkit liefern die Presseerklärung auf dem Mozilla-Blog und die Dokumentation auf GitHub.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Maika Möbus
Maika Möbus
Maika Möbus ist seit Januar 2019 Redakteurin bei Software & Support Media. Zuvor studierte sie Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: