MEP: Plattform zum Zugriff auf Enterprise Information Systeme (EIS)

Mobile Enterprise Plattform von Sun

Markus Stäuble

Knapp zwei Monate nach der Veröffentlichung einer Beta-Version auf der diesjährigen Hauskonferenz von Sun, der Java One im Mai, liegt nun eine erste finale Version der Sun Java System Mobile Enterprise Platform (MEP) vor. Der Hauptgedanke hinter diesem System ist eine Plattform, um interne EIS (Enterprise Information Systeme) wie z.B. ein SAP-System auch auf mobilen Endgeräten verfügbar zu machen bzw. eine Datensynchronisation zu ermöglich. Bei den Geräten, die angesprochen werden können, ist auch der populäre BlackBerry von RIM dabei.

Viele Mitarbeiter von Unternehmen werden zur Arbeitsunterstützung mit mobilen Endgeräten ausgestattet. Neben dem Zugriff auf Informationen aus dem Internet besteht der Wunsch auf den Zugriff auf interne Unternehmensdienste wie z.B. ein SAP-System. Dies ist genau der Ansatzpunkt von MEP. Dieses System stellt ein „Gateway“ zum Zugriff auf diese Daten dar. Das anvisierte Zielpublikum sind einerseits Unternehmen, die Mitarbeiter mit Daten versorgen möchten, und andererseits Anbieter von Services. Denn als Endgerät wird lediglich ein JavaME Client benötigt.

Die Architektur

MEP baut komplett auf offenen Standards auf. Die wichtigsten Standards neben JEE werden in der folgenden Tabelle erläutert:

Tabelle 1: Wichtige Architekturbestandteile von MEP
Anforderung Beschreibung
CDC Connected Device Configuration:
JVM, die optimiert ist für Geräte mit geringen Ressourcen (wie z.B. eine Set-Top Box für den Empfang von Satellitenfernsehen)
CLDC Connected Limited Device Configuration:
Wie CDC, nur die Geräte sind noch beschränkter in Bezug auf deren Ressourcen als auch deren Datenverbindung
MIDP Mobile Information Device Profile:
Definition einer Java Laufzeitumgebung für mobile Endgeräte (wie z.B. ein PDA)
OMA DS (Sync ML) Open Mobile Alliance Data Synchronization:
Protokoll zur Synchronisation eines mobilen Endgerätes mit einem Server

MEP wird standardmäßig mit dem Applikationsserver Glassfish ausgeliefert. Der Zugriff auf die Backend-Systeme geschieht über JCA. Mit der Version 1.0 von MEP werden bereits Implementierungen für SAP, Siebel, JDBC und Oracle mit ausgeliefert. Neben der Serverseite ist auch die Clientseite interessant. Das Prinzip einer Anwendung, die auf ein MEP zugreift, ist in der folgenden Abbildung schematisch dargestellt.

Abb. 1: Architektur einer typischen MEP-Clientanwendung

Die hauptsächliche Implementierungsarbeit besteht in der Darstellung der Geschäftsobjekte als einfache POJOs. Zusätzlich dazu wird die Implementierung einer Serialisierung zum Speichern und Empfangen der Daten gefordert.

Und los geht’s

Um zu prüfen, ob MEP die Versprechungen auch einhält und vor allem auch zu prüfen, ob dieses System in die eigene Infrastruktur passt, steht eine Version für die Evaluierung zur Verfügung. Für die Installation einer MEP Instanz wurden die Betriebssysteme Solaris 10 (SPARC und x86), Red Hat Enterprise Linux 4 und MS Windows (XP Professional und Server 2003) von Sun getestet. Neben einer kompletten Installationsanleitung stellt Sun auch eine Beispielanwendung, die MusicDB, zur Verfügung. Falls man nach einer Testinstallation kein mobiles Gerät zur Hand hat, kann auch der Emulator aus dem Sun Java Wireless Toolkit (WTK) for CLDC Version 2.5.2 verwendet werden.

Wem bringt das was?

Den Schritt, den Sun hier mit MEP geht, ist ein logischer und konsequenter Schritt. Denn Unternehmen fordern eine Antwort auf die Frage nach der mobilen Verfügbarkeit der internen Informationen. Neben der Synchronisation und Verfügbarkeit ist aber auch Sicherheit ein wichtiger Aspekt. Dies hat Sun bei der Entwicklung von MEP nicht vergessen. Für die Übertragung kommt SSL zum Einsatz. Für die Verschlüsselung auf den Endgeräten wird 3DES verwendet. Und im Fall eines Diebstahls können die Geräte gelöscht oder gesperrt werden. Aus Entwicklungssicht ist lobend zu erwähnen, dass die Anbindung der Backendsysteme mittels JCA Adapter erfolgt. Die Wahl der Clientarchitektur ist aus Sicht von Sun sicherlich logisch, wobei die Frage nicht ausbleiben darf, ob hier ein kommendes Endgerät basierend auf Android unterstützt wird. Neben der erwähnten Testversion sei Interessierten noch der Sun Enterprise Mobile Blog ans Herz gelegt.

Markus Stäuble ist CTO (Head of Technology) bei namics (deutschland) GmbH, einem führenden IT- und Web-Dienstleister. Darüber hinaus ist er freier Autor von Fachartikeln.
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Markus Stäuble
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