Interview mit Jörg Neumann

Mobile-App-Entwicklung: „Eine gute Usability ist das A und O für eine App“

Katharina Degenmann

Jörg Neumann

In der mobilen App-Entwicklung gilt eine gute Usability als Erfolgsgarant. Wir sprachen mit Jörg Neumann, Principal Consultant bei der Acando GmbH und Speaker auf der MobileTechCon 2019, wie Storyboards zur agilen Konzeption beitragen und dabei helfen können, Anwender proaktiv zu unterstützen.

JAXenter: In Deiner Session geht es um die Mobile-App-Entwicklung. In diesem Zusammenhang sprichst Du auch von guter Usability. Was verstehst Du darunter bzw. was zeichnet eine gute Usability für Dich aus?

Jörg Neumann: Eine gute Usability zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die App einen wirklichen Mehrwert bietet und dabei intuitiv zu bedienen ist. Das hört sich jedoch leichter an, als es ist. Denn nur, wenn man die Anwender mit ihren unterschiedlichen Eigenarten, Bedürfnissen und Wünschen versteht, kann man sie aktiv unterstützen. Design-Thinking-Techniken sind bei dieser Analyse sehr hilfreich.

JAXenter: Um die Anwender einer App proaktiv zu unterstützen, rätst Du zu Storyboards. Wie sieht ein gutes Storyboard aus und was sind seine Vorteile?

Jörg Neumann: Anders als Sketches oder Wireframes bieten Storyboards ein konkretes Design. Das hilft insbesondere bei der Kommunikation mit dem Kunden, da diese eine sehr genaue Vorstellung davon bekommen, wie die App später aussehen wird. Zudem demonstriert ein Storyboard das Verhalten der App. So können Navigation und Animation direkt erlebt und bewertet werden, bevor die Implementierung beginnt. Dies spart eine Menge unnötige Arbeit und hilft auch dem Entwickler, denn ein Storyboard sagt mehr als tausend Seiten Konzept und Styleguide.

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JAXenter: Kannst Du Tools empfehlen, die sich für das Erstellen von Storyboards besonders eignen?

Jörg Neumann: Ich arbeite gern mit Indigo Studio. Das ist sehr leicht zu erlernen, läuft auf PC sowie Mac und bietet insbesondere im Bereich State-Management einige nützliche Funktionen. Ansonsten finde ich Adobe XD super. Vor allem das Aufnehmen von Bedienvideos und das Übertragen der Entwürfe auf ein Mobilgerät sind hier besondere Stärken.

JAXenter: Wie lässt sich sicherstellen, dass ein Storyboard wirklich effektiv genutzt wird bzw. den gewünschten Erfolg umsetzt?

Jörg Neumann: Ein Storyboard muss man als gemeinsames Zielbild verstehen. Erst wenn alle daran glauben, kann daraus eine wirklich gute App entstehen. Daher ist es wichtig, bei jeder Diskussion und bei allem was der Einzelne im Team tut, das Storyboard als Grundlage zu verwenden. Jede Abweichung sollte vor der Umsetzung mit dem Team besprochen und im Anschluss zunächst im Storyboard geändert werden. Denn es bildet die Grundlage der Entwicklung über den gesamten Lifecycle der App.

JAXenter: Was ist, Deiner Meinung nach, die beste Programmiersprache für mobile Entwicklung?

Jörg Neumann: Typische Beraterantwort: Kommt darauf an! Wenn ich nur für iOS entwickle, finde ich Swift super. Heute sollte man sich jedoch mehr auf Cross-Plattform-Lösungen fokussieren. Hier bietet sich aus meiner Sicht Xamarin an, da ich damit native Apps erzeugen kann, obwohl ich in C# entwickle. Neuerdings finde ich auch Google Flutter sehr interessant. Damit können ebenfalls native Apps für iOS und Android entwickelt werden, jedoch mit Dart – was insbesondere für Web-Entwickler interessant sein dürfte.

JAXenter: Welches Thema wird dieses Jahr in der Mobile-Entwicklung besonders wichtig sein bzw. in welche Richtung geht es wohl in den nächsten Jahren?

Jörg Neumann: Nach dem Hype der letzten Jahre wird sich das Thema, aus meiner Sicht, vom Consumer-Bereich noch mehr in Richtung Business bewegen. Viele Unternehmen fangen aktuell erst an, ihre Prozesse zu mobilisieren. Zudem werden die Themen Machine Learning und Augmented Reality die Entwicklung mobiler Lösungen befördern.

JAXenter: Vielen Dank für das Interview!

Jörg Neumann ist Principal Consultant bei der Acando GmbH in Hamburg und Microsoft MVP im Bereich Windows Platform Development. Er berät seit vielen Jahren Unternehmen bei der Technologieauswahl und der Architektur komplexer Anwendungen. Sei Fokus liegt hierbei auf Clienttechnologien wie Xamarin, Windows Universal Apps und WPF. Darüber hinaus vermittelt er sein Wissen regelmäßig in Form von Büchern, Artikeln sowie als Referent und Track Chair auf Entwicklerkonferenzen. Sie erreichen ihn über www.acando.de oder seinen Blog http://headwriteline.blogspot.com.
Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.
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Jackie
Gast

Ich stimme dem Artikel zu. Beim Erstellen einer App sollte man es nicht übertreiben. Die App muss einfach ordentlich, modern und einfach zu bedienen sein – das sind die Kriterien, die jeder Kunde in einer App sieht.